Umsatzrückgang: Schuhhandel erwartet 30 Proze...
Umsatzrückgang

Schuhhandel erwartet 30 Prozent weniger Umsatz

Leder & Schuh AG
Eine Humanic-Filiale in Liezen
Eine Humanic-Filiale in Liezen

Der Schuhhandel erwartet coronabedingt heuer 25 bis 30 % weniger Jahresumsatz und befürchtet deshalb eine noch nie dagewesene Pleitewelle.


»Die Corona-Krise trifft den Schuhhandel besonders hart. Die Versprechungen der Regierung sind gut, aber das Geld kommt nicht oder zu spät bei den Händlern an«, sagte der Obmann des Werbevereins der österreichischen Schuhwirtschaft und Branchensprecher, Friedrich Ammaschell, zur APA. Im ersten Quartal habe es ein Erlösminus von rund 30 % gegeben, im April ein Minus von 31 %, und auch nach der Wiederöffnung liege der Umsatz »weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahres«, so der Branchenvertreter. »Die verlorenen Umsätze während des Shutdowns können nicht mehr aufgeholt werden, die Ware der Frühjahr-Sommer-Saison muss bis zu 60 Prozent abgewertet werden", so Ammaschell.

Die Schuhbranche fordert deshalb »eine staatliche Ersatzleistung« für die Betriebe. »Wir wollen keine Geldgeschenke, aber wir fordern eine schnellere, unbürokratischere Unterstützung für die entstandenen Verluste«, sagte der Branchensprecher. Mit Stundungen werde zwar kurzfristig geholfen und Liquidität geschaffen. Im Juli müssten aber die ersten Lieferungen für die Herbst- und Wintersaison finanziert werden und die Kosten für Mieten und Beschäftigte würden weiterlaufen. Gleichzeitig liefen die Stundungen aus.

Um eine Pleitewelle zu verhindern, fordern die Händler konkret eine rasche Liquiditätshilfe, eine Beschleunigung der Kurzarbeit-Auszahlungen und eine schnelle Abwicklung der Fixkostenzuschüsse, sagt Ammaschell. »Viele Unternehmen haben einfach keine Liquidität mehr.« Der österreichische Schuhhandel beschäftigt 8.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Branchenumsatz beläuft sich auf jährlich 1,25 Mrd. Euro.

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