Deutliches Minus für 2019 und 2020s.Oliver
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Deutliches Minus für 2019 und 2020

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Ein Umsatzminus von gut 5 %, dafür aber eine Gewinnsteigerung meldet s.Oliver für das Geschäftsjahr 2019. Erstmals wurde im eigenen Retail mehr umgesetzt als im Wholesale. Heuer wird ein Minus von 20 % erwartet.

Die s. Oliver Group meldet für das Geschäftsjahr 2019 ein Umsatzminus von 5,4 % auf 1,24 Mrd. €. Gleichzeitig konnte das deutsche Modeunternehmen das Betriebsergebnis um 12,1 % auf 51,6 Mio. € steigern. Bezogen auf das Ergebnis EBIT sei die Umsatzrentabilität um 0,7 Prozentpunkte auf 4,2 % angestiegen. Die Eigenkapitalquote liege bei 71,1 %. In einer Pressemitteilung bezeichnet der Konzern das als »insgesamt solide Entwicklung«.
Erstmals war im Vorjahr der Umsatzanteil aus den direkten Vertriebsaktivitäten, also dem eigenen stationären und dem Online-Geschäft, mit 57,3 % höher als der Wholesale-Umsatz (40,4 %). Der Grund: Im Großhandel hatte es von 2018 auf 2019 einen wahren Umsatzeinbruch um 25,8 % gegeben, während die Umsätze im eigenen Retail um 17,5 % gestiegen sind. Erklärt wird diese dramatische Veränderung nicht.

Kompletter Umbau

Bekannt ist nur, dass seit dem Amtsantritt von Claus-Dietrich Lahrs als neuem CEO innerhalb des letzten Jahres nahezu die gesamte Führungsriege des Mainstream-Anbieters ausgetauscht wurde: Im März kam mit Volker Christ ein neuer CFO an Bord, im Juni folgte Oliver Hein als neuer COO. Im Oktober verließ schließlich auch der Vertriebs-Geschäftsführer Mathias Eckert nach 25 Jahren das Unternehmen und wurde durch Daniel Schmidt ersetzt. Neu besetzt wurden mit Mitte dieses Jahres auch die wichtigen Positionen des Retail-Chefs (Andreas Kaczmarczyk) sowie des E-Commerce-Directors (Felix Jahn). Dazu gibt es noch einen neuen Marketing-Chef (Levin Reyher) sowie einen neuen Business Director für die Marke Comma (Francisco Droege).

Corona-Jahr 2020

Der Start ins Jahr 2020 wird als »gut« beschrieben, doch die Corona-Pandemie habe dann »eine proaktive und deutliche Anpassung unserer Kostenstruktur« zur »Sicherung unserer Liquidität und der Stabilisierung unseres Geschäfts« erforderlich gemacht, wird Finanzvorstand Volker Christ zitiert. Auch die Österreich-Zentrale in der Salzburger Brandboxx war vom Personalabbau stark betroffen, mehr als 20 Mitarbeiter mussten gehen.
Für dieses Jahr rechnet die s.Oliver Group nach heutigem Stand mit etwa 20 % weniger Umsatz. Angestrebt werde »ein ausgeglichenes operatives Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten«.
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