Rumpfgeschäftsjahr 2020: Wolford verliert ein...
Rumpfgeschäftsjahr 2020

Wolford verliert ein Viertel des Umsatzes

Wolford
Die 2019 eröffnete Wolford-Filiale in Amsterdam
Die 2019 eröffnete Wolford-Filiale in Amsterdam

Die heimische Leg- und Bodywear-Marke Wolford hat im Rumpfgeschäftsjahr 2020 aufgrund des Verkaufs des Firmensitzes schwarze Zahlen geschrieben. Heuer will man das aus eigener Kraft erreichen.

Auch der Vorarlberger Wäschekonzern Wolford hat wegen Corona einen herben Umsatzeinbruch erlitten. Die Umsatzerlöse sanken im Rumpfgeschäftsjahr Mai bis Dezember 2020 um 25 % auf 68,0 Mio. € im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Mai bis Dezember 2019). Dass unterm Strich ein Gewinn in Höhe von 12,8 Mio. € stand (VJ: - 27,4 Mio. €), liegt am Verkauf der Firmenzentrale in Bregenz um 72 Mio. €. Davon wurden 41,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2020 ergebniswirksam. Zusätzlich sind im sonstigen betrieblichen Ertrag erwartete Erstattungen im Zusammenhang mit dem Fixkostenzuschuss in Höhe von 3,7 Mio. € erfasst.


Der Kaufpreis für die Immobilie in Bregenz wurde, wie berichtet, Anfang Mai zur vollständigen Entschuldung verwendet. Doch auch zusätzliche Restrukturierungsmaßnahmen wurden im Corona-Jahr getroffen bzw. bereits wirksam. So wurden die Personalkosten im Vergleich zu 2019 um weitere 20 % gekürzt.

Wachstumsinitiativen

Mit einer Steigerung von ca. 45 % im Vergleich zum Vorjahr war das Online-Geschäft der größte Wachstumsmotor. Der Umsatzanteil des eigenen Online-Geschäfts sowie jenes der Wholesale-Partner stieg auf insgesamt rund 21 %. Und noch ein attraktives Geschäft hat sich zuletzt aufgetan: Mit dem Verkauf von insgesamt rund 700.000 Gesichtsmasken (»Wolford Care Masks«) wurde seit Produktionsbeginn im März 2020 bislang ein Umsatz von über 10 Mio.  € erzielt. Auch die Kollektionen »The W« und »W lab« wurden gut aufgenommen, die Zusammenarbeit mit Adidas übertraf die Erwartungen deutlich. Weiter verstärkt werden soll das Engagement für Nachhaltigkeit: Ziel von Wolford ist es, die erste umweltneutrale Marke in der Modeindustrie zu werden.

Ziel Break Even

Wie Wolford betont, ist auch im zweiten Halbjahr 2021 noch mit »signifikanten Geschäftseinbußen« aufgrund von Corona zu rechnen. Trotzdem sei es weiterhin das erklärte Ziel des Unternehmens, mit Ende des laufenden Geschäftsjahres operativ den Break-even zu erreichen. » Es wird mit einem positiven operativen Ergebnis (EBIT) für das Gesamtjahr gerechnet, welches in den folgenden Geschäftsjahren nachhaltig stabilisiert werden soll«, heißt es dazu im Geschäftsbericht.

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