Reaktionen: »Das Wichtigste ist der Mensch«

In einem Leserbrief nimmt Sportalm-Gründer Ing. Wilhelm Ehrlich Stellung zur aktuellen Nachhaltigkeitsdiskussion in der Mode.

Er ist ein Mann klarer Worte, und so fällt auch die Stellungnahme Wilhelm Ehrlichs zum Thema Nachhaltigkeit aus: »Immer wieder wird von der Nachhaltigkeit gesprochen und dann ist es das Wichtigste, wie man einen Knopf recyceln kann. Aber ganz selten wir über den ganz wesentlichen Teil gesprochen: den Menschen. Es gibt eine Fair-Wear-Foundation, die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in den Vordergrund stellt. Der ,Grüne Knopf' erkennt Fair Wear als eines der effektivsten und glaubwürdigsten Systeme zur Überprüfung von Arbeits- und Sozialstandards an. Sportalm entspricht diesen Regeln.
Da Sportalm ausschließlich in der EU produziert, ergibt sich die totale Einhaltung aller Sozial- und Umweltstandards von selbst. Das German Fashion Institut hat ermittelt, dass ein T-Shirt, bis es auf dem Ladentisch landet, durchaus 18.000 km auf dem Transportweg sein kann - bei entsprechend hohen Kosten. Diese Ware muss auch besonders verpackt und bei ersten europäischen Ankunftsort neu aufbereitet werden. Allein für diese Aufbereitung gibt es inzwischeneinen eigenen Industriezweig.

15 Millionen Menschen arbeiten z. B. in Bangladesh in der Bekleidungsindustrie, viele davon ohne lebenswerten Lohn, dafür aber mit Kinderarbeit, 12-Stunden-Schichten und geringen Chancen, aus ihrem Elend heraus zu kommen.
Was ist wichtiger? Ordentliche Löhne zu bezahlen und den Menschen eine Zukunft zu geben oder den recycelbaren Knopf in den Fokus zu stellen? Auch der Knopf ist in puncto Umweltschonung ein Thema - und wir arbeiten auch daran. Aber der Mensch sollte das Wichtigste in dieser Diskussion bleiben.«
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