Projekt Seestadt gestoppt

Projekt Seestadt gestoppt

Prisma
Seestadt Bregenz
Seestadt Bregenz

Das Großprojekt Seestadt in Bregenz mit Geschäften, Büros und 65 Wohnungen wird aufgrund zu hoher Kosten gestoppt.

Am vergangenen Freitag (13.01.2017) hatten die Vertreter der Betreiberunternehmen, Bernhard Ölz (Vorstand der Prisma Holding AG), Guntram Drexel (Spar) und Marcus Wild (SES), bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass es unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Seestadt auch kein Alternativprojekt gibt. Das Interesse seitens Handel wäre allerdings hoch gewesen: Wie SES-CEO Marcus Wild angibt, wären bis dato bereits 80 % der Handelsflächen vermietet gewesen.

Das Projekt Seestadt

Auf rund 9.000 Quadratmeter Fläche hatte man am Bodenseeufer Geschäfte, Büros und 65 Wohnungen als eine Art urbanes Stadtquartier geplant. Nun ist das Großprojekt Seestadt mit 14.000 Quadratmeter Handels- und 1.500 Quadratmeter Büroflächen sowie 4.200 Quadratmeter Wohnungsfläche allerdings gescheitert. Die Kosten seien unkontrollierbar angestiegen: Statt der geplanten 100 Mio. EUR, stehe man aktuell bereits bei 140 Millionen EUR.

Kostentreiber Parkplätze

Vor allem die Tiefgarage hat einiges an Budget verschlungen: Eine Tiefgarage mit 530 Stellplätzen wäre vorgesehen gewesen. Aber vor allem die zweite Tiefgaragenebene stellte sich als Kostenfalle heraus: Pro Stellplatz beliefen sich die Kosten auf 80.000 Euro. Hinzu kamen laufende Einsprüche von Anrainern, die ebenfalls einiges an Geld kosteten.

»Durch die Ausschreibung ist klar geworden, dass manche Teile der Seestadt so unrentabel sind, dass wir diese Kosten nicht auffangen können«, so Projektbetreiber Bernhard Ölz.

Die letztendliche Aufgabe des Projekts sei nicht wegen zuletzt geäußerter Kritik seitens diverser Architekten erfolgt, wie die Betreiber nun betonen. Allerdings sei die Entscheidungsfindung durch den Druck von außen beschleunigt worden.

Kein Verkauf angedacht

Wie es nun mit dem Areal Seestadt genau weitergeht, ist noch unklar. Wie Ölz am Freitag sagte, denke man nicht an einen Verkauf, obwohl es zwei »sehr attraktive« Angebote aus dem Ausland gäbe. Möglicherweise wird sich in den kommenden Jahren eine neue Perspektive ergeben. Allerdings werde man nicht nochmals sechs Millionen EUR in Vorleistung gehen, wie aktuell geschehen, so die Betreiber.
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