Primark wird grün: Nachhaltig bis 2030
Primark wird grün

Nachhaltig bis 2030

Primark

Primark will bis 2030 sein gesamtes Sortiment aus recycelten oder nachhaltigeren Materialien herstellen und den CO2-Fußabdruck in der Wertschöpfungskette halbieren.

Wenn es um Wegwerfmode und die Klimasünden der Textilindustrie geht, steht ein Unternehmen ganz vorne in der Kritik: Primark. Nun sieht auch der britisch-irische Diskonter Handlungsbedarf und verpasst sich eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie. Primark verpflichte sich dazu, die Herstellungsweise seiner Kleidung zu ändern, ohne die Preise zu verändern, verspricht Christiane Wiggers-Voellm, Geschäftsführerin von Primark Deutschland und Österreich: »Gerade in Deutschland und Österreich haben das Bewusstsein für und die Nachfrage nach nachhaltig produzierter Mode stark zugenommen. Wir sind der Meinung, dass Nachhaltigkeit nicht mit einem Aufpreis einhergehen sollte, den sich nur wenige Menschen leisten können. Eben weil wir Primark sind, sind wir überzeugt, dass wir nachhaltigere Mode für alle erschwinglich machen können.«

Recycling- oder Bio-Materialien

Im Rahmen der neuen Selbstverpflichtungen wird das Unternehmen sicherstellen, dass bis zum Jahr 2030 alle seine Kleidungsstücke aus recycelten oder nachhaltigeren Materialien hergestellt werden. Zurzeit machen diese 25 Prozent aller verkauften Kleidungsstücke aus. In einem ersten Schritt werden innerhalb eines Jahres alle T-Shirts für Männer, Frauen und Kinder im unteren Preissegment aus nachhaltig angebauter Baumwolle hergestellt.

Außerdem will Primark seinen Designprozess verändern, um sicherzustellen, dass Kleidungsstücke am Ende ihres Lebenszyklus recycelt werden können und so zur Reduzierung von Textilabfällen beitragen. Die Recycelfähigkeit soll bis 2027 erreicht werden. Bereits bis 2025 soll außerdem die Langlebigkeit der Kleidung gesteigert werden. Auch Kunden sollen besser über das Thema aufgeklärt werden, etwa durch die Vermittlung von Nähkenntnissen oder durch Anleitungen zu Waschverfahren. Und ebenfalls bereits bis 2025 sollen die Kohlenstoffemissionen in der Wertschöpfungskette um die Hälfte reduziert werden.

»Echte Veränderungen in großem Maßstab«

»Unsere neuen Selbstverpflichtungen verlangen von uns, dass wir unser Geschäft überdenken. Dies beginnt beim Design und der Herstellung unserer Kleidung und endet beim Verkauf in unseren Geschäften. Wir haben noch nicht alle Antworten auf alle Fragen. Aber wir sind uns bewusst, dass wir den Wandel nicht alleine schaffen können. Wir haben uns deshalb zur Zusammenarbeit innerhalb unserer Branche verpflichtet, um echte Veränderungen in großem Maßstab voranzutreiben«, sagt Primark-CEO Paul Marchant. Kooperiert wird u. a. mit der britischen Hilfsorganisation WRAP, die sich für den Wandel der Modeindustrie hin zur Kreislaufwirtschaft einsetzt, der renommierten Ellen MacArthur Foundation oder CottonConnect.

Dabei will sich Primark entlang der gesamten Lieferkette engagieren. Landwirte sollen darin geschult werden, regenerative Anbaumethoden anzuwenden, die mit weniger Wasser und Chemikalien auskommen. Auch das Sustainable Cotton Programme wird ausgeweitet. Und um die finanzielle Sicherheit der Arbeiterinnen und Arbeiter entlang der gesamten Lieferkette zu verbessern, werde man sich nicht nur für einen existenzsichernden Lohn einsetzen, sondern auch Schulungen zur Stärkung der Finanzkompetenz anbieten und für Arbeiterinnen und Arbeiter den Zugang zu sozialer Absicherung und Gesundheitsfürsorge verbessern. Insbesondere Frauen sollen in ihrer Entwicklung unterstützt werden.

Damit all diese Initiativen nicht leere Worte bleiben, wird das Unternehmen jährlich über die Fortschritte bei der Umsetzung der neuen Strategie berichten.
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