Premium-Modehandel: BR Fashion und 4 Jahresze...
Premium-Modehandel

BR Fashion und 4 Jahreszeiten sind insolvent

In der Wiener City gab es in der Vorwoche gleich zwei prominente Mode-Insolvenzen:  Sowohl über BR Fashion als auch über 4 Jahreszeiten wurden Konkursverfahren eröffnet.

Zwei Insolvenzen im Wiener Modehandel innerhalb weniger Tage: Über die B & R Textilhandelsges.m.b.H. wurde am 30. Juni auf Antrag eines Gläubigers am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Das 1997 gegründete Unternehmen betreibt Boutiquen in den Ringstrassen Galerien (»BR-Fashion«) sowie in der Landstraßer Hauptstraße (Farone by BR-Fashion). Zum Insolvenzverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Dr. Christian Bachmann bestellt. »Es wird nunmehr im Rahmen des Insolvenzverfahrens das vorhandene Vermögen inventarisiert und geschätzt. Erst nach diesen Ermittlungen wird eine Stellungnahme zu den Befriedigungsaussichten der Gläubiger möglich sein«, heißt es in einem ersten Schreiben des Kreditschutzverbands AKV. Angaben zu den Insolvenzursachen liegen nicht vor.

4 Jahreszeiten

Am 5. Juli folgte die Eröffnung des Konkursverfahrens über die 4JZ Handels GmbH, ebenfalls am Handelsgericht Wien. In diesem Verfahren ist Rechtsanwältin Susi Pariasek die Masseverwalterin. Betrieben wird unter der Marke 4 Jahreszeiten ebenfalls ein Store in den Ringstrassen Galerien, ein weiteres Geschäft in der Habsburgergasse sowie ein Outlet. Unter dem Label Simon’s werden weitere zwei Stores in den Ringstrassen Galerien und in der Landstraßer Hauptstraße geführt. Zum Unternehmen zählt auch der Online-Store firusas.com. Im Angebot stehen Premium-Labels wie Dorothee Schumacher, Fabiana Filippi, Max Mara, Proenza Schouler, oder Luisa Cerano.

»Das Zielpublikum für das Warensortiment war einerseits eine gehobene Käuferschicht in Wien sowie vor allem auch finanziell gut gestellte ausländische Käuferschichten aus bspw. Russland, der Ukraine, China und aus Übersee«, heißt es vom KSV1870 zur 4JZ-Insolvenz. In den letzten beiden Jahren führten die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen sowie Betretungsverbote zu erheblichen Umsatzeinbußen. »Ebenso kam es seit Februar 2022 zu einem weiteren Einbruch des Städtetourismus aus der Ukraine und aus Russland und sohin zu weiteren erheblichen Umsatzeinbußen«, heißt es weiter.

Gemäß den vorgelegten Unterlagen sind von der Insolvenz derzeit 92 Gläubiger mit Gesamtforderungen von rund 2,4 Mio. € betroffen, ergänzt der AKV. Die Aktiva werden vom Unternehmen selbst mit rund 1,5 Mio. € bewertet. 4 Jahreszeiten strebt eine Entschuldung im Rahmen eines Sanierungsplans an, jedoch wurde der entsprechende Antrag laut AKV noch nicht eingebracht. Auch ein Investor wird gesucht.
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