Umsatzrückgang: P&C: 30 % Umsatzminus
Umsatzrückgang

P&C: 30 % Umsatzminus

Markus Kaiser

Ein Monat nach Wiedereröffnung der österreichischen Häuser zieht Peek & Cloppenburg eine verhaltene Zwischenbilanz.

Seit dem 2. Mai hat Peek & Cloppenburg seine Verkaufshäuser in Österreich wieder zur Gänze geöffnet. »Bei aller Freude über die vollständige Wiedereröffnung bleibt die Tatsache bestehen, dass die Corona-Krise den Einzelhandel schwer getroffen hat und wir die Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens genau im Auge behalten müssen«, sagt Igor Matic, Mitglied der Unternehmensleitung. Die Kundenfrequenz bleibt mit über minus 40 % im Mai im Vergleich zum Vorjahr ernüchternd. P&C plane deshalb für den Mai mit einem Umsatzrückgang von weit über 30 %, hieß es in einer Mitteilung vom 27. Mai, also wenige Tage vor Monatsende.

»Die Konsumstimmung ist verhalten, viele Menschen bleiben weiterhin möglichst zuhause und der Spaß am Stadtbummel ist unter den aktuellen Sicherheitsauflagen noch begrenzt«, so Matic weiter. »Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Kunden bedarfsorientierter einkaufen«, so eine erste Zwischenbilanz. Kunden würden schwerpunktmäßig nach bedarfsorientierter Alltagskleidung suchen, insbesondere junge Mode und Sommerartikel seien gefragt.

Maskenpflicht und Abstandsregeln hinderlich

Mit verantwortlich für die Kaufzurückhaltung seien auch Maskenpflicht und die neuen Abstandsregeln, heißt es bei P&C: »Die Kundenbetreuung wird durch die eingeschränkte Mimik beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes spürbar erschwert. Ein freundliches Lächeln verschwindet unter der Maske vollkommen und auch die Empfindungen der Kunden nur an den Augen abzulesen stellt eine Herausforderung dar. Aber auch helfende Handgriffe bei der Beratung und Anprobe, die vorher selbstverständlich waren – das Hineinhelfen in einen Mantel oder das Schließen eines Reißverschlusses bei einem Kleid – sind zum Teil nicht möglich.«

Start in Serbien im Juni

Neben den Verkaufshäusern in Österreich verwaltet die P&C-Zentrale in Wien auch die Häuser in Osteuropa. In diesen Ländern sind lediglich die Häuser in Rumänien weiterhin mehrheitlich geschlossen. Die ursprünglich für April geplante Neueröffnung eines Hauses in Belgrad, und damit der Markteintritt in Serbien, wurde auf Ende Juni verschoben.

Onlineshops legen zu

Während des Lockdowns lag der Fokus auf dem Ausbau des Onlinegeschäfts. Jedoch: »Insbesondere zu Beginn der Krise war die Konsumbereitschaft der Kunden für Mode auch Online noch sehr gering.« Mit situationsorientierten Rabattmaßnahmen, Aktionen und der Verlängerung der Retouren-Frist auf 100 Tage versuchte das Unternehmen gegenzusteuern. »So ist es teilweise sogar gelungen P&C-Kunden, die vorher noch nie den Onlineshop genutzt haben, für die Möglichkeit des Onlinekaufs zu gewinnen«, teilt das Unternehmen mit. Insgesamt sei man mit der Entwicklung der Onlineshops »sehr zufrieden«, das Wachstum sei »signifikant«. Insbesondere in Österreich und Polen habe der E-Commerce durch die Krise »spürbar Fahrt aufgenommen«, heißt es weiter.

Zeitlose Produkte werden ein Jahr eingelagert

Für wiederkehrende und zeitlose Produktgruppen prüft Peek & Cloppenburg derzeit Produkte über den gesamten Größenschlüssel aus den aktuellen Kollektionen einzulagern und im kommenden Jahr anzubieten. »Diese Maßnahme würde zu einer Entzerrung der Ware auf der Fläche sowie in den Lagern beitragen und einen nachhaltigen und wirtschaftlichen Effekt für das Unternehmen bedeuten«, schreibt das Unternehmen.

stats