Neustart für Gerry Weber

Neustart für Gerry Weber

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Download von www.picturedesk.com am 03.01.2020 (12:53). 09 August 2019, North Rhine-Westphalia, Halle: Clothing of the German fashion company Gerry Weber hangs on hangers on a clothes rack. Photo: Friso Gentsch/dpa - 20190809_PD1787
Download von www.picturedesk.com am 03.01.2020 (12:53). 09 August 2019, North Rhine-Westphalia, Halle: Clothing of the German fashion company Gerry Weber hangs on hangers on a clothes rack. Photo: Friso Gentsch/dpa - 20190809_PD1787

Noch mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 hat das Amtsbericht Bielefeld das Insolvenzverfahren der Gerry Weber International AG aufgehoben, das am 1. April des vergangenen Jahres eröffnet worden war.

Nach den Worten ihres Chefs Johannes Ehling hat die DOB-Gruppe das neue Jahr »als Unternehmen im Normalbetrieb mit einer soliden Kapitalbasis, neuen Eigentümern und mit einem klaren Konzept für die Zukunft« begonnen. Laut Pressemitteilung können die Gläubiger mit »weit überdurchschnittlichen Befriedigungsquoten auf ihre jeweiligen Forderungen von rund 32 % bis zu mehr als 50 % rechnen«. Im Gegenzug haben die neuen Investoren Robus Capital Management, Whitebox Advisors und J.P. Morgan Securities 100 % des Aktienkapitals übernommen.
Christian Gerloff, während des Insolvenzverfahrens Generalbevollmächtigter bei Gerry Weber, lobt das Verfahren als »Musterbeispiel für das gelungene Zusammenspiel aller Beteiligten«. Die weitaus überwiegende Anzahl der Arbeitsplätze, nämlich rund 3.600, sei erhalten worden, ebenso die frühere Tochtergesellschaft Hallhuber. Durch die schnelle, klare Vorgehensweise sei auch das Vertrauen der Kunden und Geschäftspartner bestehen geblieben.

Selbstverschuldete Fehler
 
Gerry Weber steckte seit Jahren in der Krise. Das Unternehmen litt unter dem Rückgang der Kundenfrequenzen und dem Siegeszug des Onlinehandels. Auch eigene Fehler, vor allem hohe Investitionen in ein eigenes Ladennetz und der Zukauf von Hallhuber, machten dem Unternehmen schwer zu schaffen. Im Zuge der Insolvenz wurden mehr als hundert Filialen geschlossen, die Altaktionäre, vor allem Angehörige der Gründerfamilien Weber und Hardieck, mussten das Unternehmen entschädigungslos verlassen.

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