Neuer nachhaltiger Online-Marktplatz: Refurbe...
Neuer nachhaltiger Online-Marktplatz

Refurbed startet Plattform für Recycling-Mode

Refurbed
Die beiden Co-Founder von Refurbed, Peter Windischhofer (ganz links) und Kilian Kaminski (ganz rechts) wurde beim Launch von Refurbed Fashion von Fachjournalistin Dominique Ellen van de Pol ubd Influencerin Jana Heinisch unterstützt.
Die beiden Co-Founder von Refurbed, Peter Windischhofer (ganz links) und Kilian Kaminski (ganz rechts) wurde beim Launch von Refurbed Fashion von Fachjournalistin Dominique Ellen van de Pol ubd Influencerin Jana Heinisch unterstützt.

Refurbed Fashion: So heißt die neue Online-Plattform für Mode aus recycelten Materialien. Das Wiener Start-up für generalüberholte Elektronikgeräte erweitert damit sein Angebot.

Kunden, die sich für das Thema Nachhaltigkeit interessierten, ist Refurbed bereits ein Begriff: Als Online-Marktplatz für generalüberholte Elektronikgeräte wie Smartphones oder Tablets bedient das Wiener Start-up derzeit über 1 Mio. Kunden in sechs Märkten. Der Außenumsatz des 2017 gegründeten Unternehmens betrug laut Mitbegründer Peter Windischhofer im letzten Jahr »mehrere 100 Mio. Euro« – konkreter will der Co-Geschäftsführer nicht werden.

Nun erweitert Refurbed sein Sortiment um die Produktkategorie Fashion. Anders als beim Elektronik-Angebot geht es dabei aber nicht um Second-Hand-Mode, sondern um neue Outfits aus recycelten Materialien.

»Labels genau durchleuchtet«

»Wir wollen eine nachhaltigere Alternative sein, wenn es um Kleidung und Accessoires geht«, kündigt Windischhofer an. Alle Produkte würden »vorher genauestens hinsichtlich sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit durchleuchtet«. Für den Mode-Vorstoß hat sich das mittlerweile 230 Mitarbeiter zählende Unternehmen eigens Maria Rupprechter ins Team geholt, die zuvor sechs Jahre lang in verschiedenen Positionen bei Zalando tätig war und nun die neu geschaffene Position des Head of Supply innehat. Insgesamt zählt das Fashion-Team derzeit fünf Köpfe, wobei die meisten Bereiche wie Programmierung und Marketing von der Stammmannschaft mit betreut werden.

Gestartet wird mit einem Angebot von knapp 30 großteils lokalen Brands sowie »einigen hundert Produkten« (Windischhofer) auf eher kleinem Niveau. Dabei handelt es sich um einen grundsätzlichen Zugang, der die Start-up-Szene auszeichnet: »Wir fangen Dinge klein an und versuchen erst mal so viel wie möglich zu lernen.« Erste Test liefen schon seit Monaten. »Das Feedback war sehr positiv – die wenigsten Leute wissen überhaupt, dass es Kleidung aus recycelten Materialien gibt.« Insofern sei das Potenzial groß. »Wir wollen schnell wachsen, aber nicht gleich von null auf hundert aufdrehen«, so der Refurbed-Chef.

Weitere Brands gesucht

Maria Rupprechter ist mit dem Angebot schon vom Start weg sehr glücklich: »Es sind viele kleine Brands, jede arbeitet mit unterschiedlichen Materialien, jede hat andere Produktschwerpunkte – und dadurch entsteht als Ganzes schon ein sehr cooles Angebot, wo für jeden etwas dabei ist.« In Zukunft sollen aber sehr wohl auch größere und bekanntere Marken auf der Plattform vertreten sein, wünscht sich die E-Commerce-Expertin. »Wir sind sehr aktiv auf der Suche nach neuen Partnern.« Eine Partnerschaft sei auch mit Marken möglich, die nur für gewisse Produktlinien das Kriterium eines Recycling-Anteils von mindestens 50 % erfüllen. Um größtmögliche Transparenz zu bieten, erhält jedes Produkt eine eigene Impact-Zahl auf der refurbed-Website, die Auskunft über die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus gibt.

Marktplatz-Prinzip

Refurbed Fashion funktioniert als Marktplatz, das heißt das Unternehmen tritt als Vermittler auf, der Kaufvertrag wird direkt zwischen Kunde und Marke geschlossen. Den Brands stellt man damit eine Infrastruktur zur Verfügung, die für die Kunden »genauso viel Komfort bietet und genauso gut ist wie die herkömmlichen Alternativen«, wie Windischhofer meint, also etwa Gratis-Versand, schnelle Lieferung und ein Rückgaberecht von 30 Tagen.

Dabei geht man von einer sehr großen Überschneidung mit dem bisherigen Kundenstamm aus. »Refurbed bedient eine sehr ähnliche, nachhaltigkeitsorientierte Zielgruppe.« Gestartet wird mit dem Fashion-Angebot vorerst in Österreich und Deutschland, bevor es auf andere Märkte ausgerollt wird.

»Zirka 10 % des globalen CO2-Ausstoßs stammen aus der Fashion-Industrie«, formuliert der Start-up-Manager seine Beweggründe. »Greenpeace schätzt, dass ein Drittel des Mikroplastiks im Meer aus Kleidung stammt. Wir wollen einen Beitrag leisten, dass die Welt besser wird.« Nicht zuletzt auch dadurch, dass für jeden Kauf über Refurbed ein neuer Baum gepflanzt wird.

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