Neuer Handels-Kollektivvertrag animiert zur W...

Neuer Handels-Kollektivvertrag animiert zur Weiterbildung

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Handelsmitarbeiterin in einem Modefachgeschäft
Handelsmitarbeiterin in einem Modefachgeschäft

Die Sozialpartner haben sich am 22. November auf ein Gehaltsplus zwischen 2,35 und 2,6 Prozent sowie ein umfassendes Bildungspaket geeinigt. Unbezahlte Praktika soll es künftig nicht mehr geben.

Im Ringen um einen neuen Kollektivvertrag haben sich die Sozialpartner am Abend des 22. November 2017 nach harten Verhandlungen auf einen Abschluss geeinigt. Die knapp 400.000 Angestellten im österreichischen Handel werden zwischen 2,35 und 2,6 % mehr Gehalt bekommen. Der Anstieg beträgt dabei mindestens 40 Euro. Das Einstiegsgehalt wurde auf 1.636 Euro erhöht. Lehrlingsentschädigungen werden überdurchschnittlich mit Fixbeträgen von 20 Euro im ersten Lehrjahr bis 40 Euro im vierten Lehrjahr angehoben. Als Ausgangsbasis für die Verhandlungen diente eine Inflationsrate von 1,9 %.

Bildungspaket beschlossen

Die Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) einigten sich auch auf ein umfassendes Bildungspaket. Dies stellt die berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung auf völlig neue Beine: Künftig muss der Arbeitgeber bei rechtzeitiger Bekanntgabe den Bildungswunsch des Angestellten in seiner Planung berücksichtigen. Damit wollen die Sozialpartner die Mitarbeiter im Handel zum berufsbegleitenden Lernen animieren. »Wir stellen uns offensiv der Herausforderung der fortschreitenden Digitalisierung, die vermehrt zusätzliche Kompetenzen von unseren MitarbeiterInnen erfordert«, betonen die Verhandlungsleiter Peter Buchmüller (Obmann Bundessparte Handel, WKÖ) und Franz Georg Brantner (Vorsitzender Wirtschaftsbereich, GPA-djp): »Bis jetzt war es HandelsmitarbeiterInnen aufgrund der Öffnungszeiten oft nur schwer möglich, das Kursangebot zu nützen.«

Aus für unbezahlte Praktika

Vereinbart wurde auch eine Verbesserung für Pflichtpraktika: Ab 1. Jänner 2018 gibt es eine klare Regelung zu Entlohnung und Vertragsgestaltungen. »Unbezahlte Pflichtpraktika gehören somit der Vergangenheit an. Es ist gelungen, für die Unternehmen und für die Jugendlichen Rechtssicherheit zu schaffen«, betonen Buchmüller und Brantner und meinen unisono: »Die Gespräche waren hart, aber fair. Der Abschluss, der mit 1. Jänner 2018 in Kraft tritt, ist für beide Seiten gerade noch vertretbar.«
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