Neue Stores im Herbst

Neue Stores im Herbst

In den letzten Wochen reihte sich in Österreich erfreulicherweise eine Store-Eröffnung an die andere. Die ÖTZ hat die wichtigsten im Überblick.

Galerie: Neue Stores im Herbst

Faye by Lodenfrey – Bad Ischl
Sehenswerte Schuhinszenierung


Auf neun Standbeinen (E-Commerce inklusive) steht mittlerweile das Fashion Business von Maria und Achim Fischer und ihren 42 Mitarbeitern in Bad Ischl. Zum Flaggschiff - dem Lodenfrey Verkaufshaus - den Monomarken-Stores von Hallhuber, s.Oliver und Esprit sowie zwei Trachten-Outlets haben sich im August ein Gerry Weber Store und nun ein wahrlich außergewöhnliches Store-Konzept hinzugefügt. Als Glücksfall bezeichnen die Fischers dessen Location im ehemaligen Hotel Post, dem ältesten Hotel der Region (1827/28 errichtet). Ein Schmuckkästchen ist das Obergeschoß des 320 m² umfassenden Geschäfts (davon 220 m² Verkaufsfläche): Wo einst getafelt und getanzt wurde, erinnern Wandverkleidungen in Stucco lustro (Stuckmarmor) und eine Kassettendecke voller Arabesken, Früchten und phantastischen Tiergebilden an vergangene Noblesse. Freilich mit strengen Denkmalschutzauflagen - und die ließen keinen Ladenbau für ein textiles Modesortiment zu. So inspirierten Breuninger, KaDeWe und Galeries Lafayette zu einer extravaganten Wareninszenierung rund um den Damenschuh - umgesetzt von Umdasch Shopfitting in grazilen Stellagen (u.a. im Messing-Look) und auf Präsentations-Kuben in Lack (z.B. in Lavendel und Kirschrot). Ganz bewusst nicht abgehoben zeigt sich die Preisgestaltung mit VKs zwischen 100 und maximal 250 €. Wichtige Sortimentssäulen sind der modische Kollektionspart von Högl, Sneakers von Guess oder Boots von Ugg. Exquisite Labels aus Spanien und Italien arrondieren, on top wird Via Mercanti offeriert. Und natürlich darf auch ein Trachtenkabinett (mit Schuhwerk von Dirndl+Bua oder La Ballerina) im Herzen des Salzkammerguts nicht fehlen.

Schwinghammer – Steyr
Am Weg zum Concept Store

Seit drei Jahren trug sich Unternehmensgründerin Petra Wiesner mit dem Gedanken, ihr Fashion-Sortiment (ursprünglich rein HAKA, dann - auf eigener Fläche - auch DOB) nicht nur zusammenzuführen, sondern auch um Home-Accessoires & mehr zu ergänzen. Dafür reichte der Platz am Grünmarkt nicht, nun wurde sie direkt am Stadtplatz 9 fündig. Das sogenannte Meditzhaus zählt zu den Highlights der ohnedies einzigartigen Gebäudeensembles von Steyr: Im Kern gotisch, mit Barockfassade und mit prachtvollem Renaissance-Arkadenhof, wo Haubengastronomie residiert. Anstatt zuvor Bankdienstleistungen werden nun auf 186 m² Stammmarken wie Drykorn, Closed, Filippa K oder BOSS verkauft. Dazu offeriert Schwinghammer ganz gezielt Newcomer Labels und ergänzende Nischenprodukte: Bartöl, Duftkerzen, Naturkosmetik oder die Neuauflage der kultigen Grashopper-Schuhe gibt’s bereits jetzt, noch viel mehr soll folgen. Das Plus an Platz bietet auch mehr Möglichkeiten für Kundenevents. »Ich bin überzeugt: Man muss als Einzelhändler auf neuen Schienen fahren. Nicht auf Kundschaft warten, sondern voll aktiv sein«, sagt die Chefin, die mit drei Teilzeitkräften und einem Lehrling das Geschäft schaukelt. Der Ladenbau wurde nach ihren eigenen Ideen von regionalen Handwerkern umgesetzt. Besonders spannend: der Kontrast von geschliffenem Sicht-Estrich, Vorlagetischen im Industrial Design und der historischen Stuckdecke.

Hole City Store – Bad Leonfelden
Fashion & more


Zum Eröffnungsfest meinte der Pfarrer von Bad Leonfelden, er habe noch nie so oft einen Store gesegnet, wie diesen. Wohl ein Hinweis auf die Umtriebigkeit der beiden Inhaberfamilien. Die Vorderfront steht am schmucken Hauptplatz der Mühlviertler Stadtgemeinde. Doch beim diesmaligen Umbau wurde die Vision wahr, den eigenen Kundenparkplatz mit 60 Plätzen durch einen neu geschaffenen Hintereingang anzubinden. Im Zuge dessen sorgte Ladenbauer Schleifenbaum (dessen Arbeit für die befreundete Unternehmerfamilie Feucht aus Tirol als Referenz überzeugte) für eine komplette Neugestaltung mit persönlicher Note. Auf 650 m² wird Damen- und Herrenmode in breitem Markenportfolio (von Calamar, Cecil, Chilli und Comma bis s.Oliver, Street One, Taifun und Tom Tailor) präsentiert. Ein Obergeschoß mit 350 m² widmet sich Haushaltsartikel, Wohnaccessoires und Wäsche. Das Licht wurde komplett auf LED umgestellt, ein besonderes Augenmerk galt Ausleuchtung und Lichtfarbe. Seit 1995 sind die Schwestern Helma Haghofer und Isabella Katzmayr die Chefinnen, die aktuell 16 Mitarbeiterinnen beschäftigen. Den Verbänden ModeRing und EK Servicegroup ist man angeschlossen. Gegründet wurde das Unternehmen 1965 von den Eltern, Rudolf und Helma Hochreiter, die mit Lebensmitteln und Gemischtwaren starteten.

Weitere Stores, die erst kürzlich ihre Pforten öffneten: Tod's in Wien, H&M in Wien, Atil Kutoglu in Wien, Tyrler in Innsbruck, Urban Corner in Altenmarkt und Karl Lagerfeld in Wien.
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