Breite Front für Öffnung am 4. AdventsonntagNach dem Lockdown?
Nach dem Lockdown?

Breite Front für Öffnung am 4. Adventsonntag

SES/Wildbild

Handelsverband, ACSP und die Wiener Wirtschaftskammer fordern eine Geschäftsöffnung am Sonntag vor Weihnachten.

Vorgeprescht war abermals Richard Lugner, seit Jahrzehnten Kämpfer für die Sonntagsöffnung. Mit normalen Öffnungszeiten sei das Weihnachtsgeschäft für den Handel nicht zu bewältigen, so der Chef der Lugner-City in einer Aussendung. »So wie bei der Fußball-EM 2008 und am 8. Dezember, sollte man am Sonntag, den 19. Dezember 2021, von 10.00 bis 18.00 Uhr die Öffnungszeiten ausdehnen, damit alle die Möglichkeit haben, ihre Weihnachtseinkäufe zu tätigen.« Lugners Branchenvertretung, der ACSP (Austrian Council of Shopping Places) unterstützt diesen Vorschlag und fordert eine bundesweite Öffnung. »Der Lockdown ist ein weiterer tiefer Schlag für den stationären Handel und wird weitere Kaufkraft ins Internet und hier insbesondere zu den großen Playern abfließen lassen. Der stationäre Handel muss völlig kampflos dem E-Commerce das Feld überlassen«, so ACSP-Generalsekretär Roman Schwarzenecker. »Damit man zumindest einen Teil der Kaufkraft im Land halten kann und unsere Unternehmen weiterhin den Lohn für 600.000 Mitarbeiter und das zusätzliche Weihnachtsgeld ausbezahlen können, wäre eine Öffnung an diesem Tag sehr zu begrüßen.« Wie der ACSP betont, sollte eine Öffnung auf freiwilliger Basis vonstattengehen – sowohl für Mitarbeiter als auch für die Shop-Betreiber.

Unterstützt wird die Forderung vom Handelsverband. »Helfen würde ein verkaufsoffener Sonntag am 19.12. bestimmt, nachdem der Non-Food-Handel davor mindestens 20 Tage lang Lockdown-bedingt komplett gesperrt ist. Damit könnte der dramatische Umsatzausfall im Weihnachtsgeschäft zumindest ein kleines Stück weit reduziert werden«, sagt Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will.

Und auch die Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien hat die Forderung aufgegriffen. Die Unternehmen hätten die vergangenen zwanzig Monate sehr viel Ausdauer, Flexibilität und harte Einschränkungen ausgehalten. »Jetzt im Weihnachtsgeschäft hätten die Händler eine gute Chance gehabt, zumindest einen Teil der bisherigen Umsatzeinbußen wettzumachen«, bedauert die Wiener Handelsobfrau Margarete Gumprecht. Nun entfalle abermals die umsatzstärkste Zeit des Jahres. »Aber auch die Leidensfähigkeit der Unternehmer ist begrenzt.« Eine Öffnung am 19. Dezember wäre die Möglichkeit, zumindest einen kleinen Teil der entgangenen Umsätze im Weihnachtsgeschäft nachzuholen.

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