Modehandel fordert Sale-Disziplin

Modehandel fordert Sale-Disziplin

Arne Dedert / dpa / picturedesk.com
Download von www.picturedesk.com am 06.04.2020 (16:53). 23 January 2020, Hessen, Frankfurt/Main: The shop window of a fashion store on Frankfurt's Zeil shopping mile has a placard saying "Reduced by up to 50%". Photo: Arne Dedert/dpa - 20200123_PD6173
Download von www.picturedesk.com am 06.04.2020 (16:53). 23 January 2020, Hessen, Frankfurt/Main: The shop window of a fashion store on Frankfurt's Zeil shopping mile has a placard saying "Reduced by up to 50%". Photo: Arne Dedert/dpa - 20200123_PD6173

Die Forderungen für den Textilhandel, die zahlreiche Branchenvertretern entwickelt haben, wurden umgesetzt und schaffen neuen Handlungsspielraum. Dennoch fürchtet die Branche wilde Rabattschlachten.

Wie die Textilzeitung Anfang letzter Woche berichtet hat, haben sich heimische Modeanbieter wie Egger, Kastner & Öhler, Fussl, Feucht, Kolm, Roth, Steinecker, Bründl und Stift mit einem Forderungskatalog an die Politik gewandt. Nicht rückzahlbare Zuschüsse standen ebenso auf der Liste wie der Erhalt eines Darlehens zur Überbrückung. Der Corona-Hilfsfond, den Finanzminister Blümel Ende letzter Woche verkündet hat, stellt nun Hilfskredite und Kostenersatz zur Verfügung.

Der Modehandel hat sich die Entschädigungszahlungen erkämpft

»Wir sind sehr zufrieden damit, dass unserer Forderungen von der Regierung so aufgenommen und umgesetzt wurden. Der Modehandel hat sich selbst geholfen - und sich die Entschädigungszahlungen erkämpft. Jetzt erhält er durch den Maßnahmenkatalog der Regierung wieder Liquidität! Die neue Orderrunde ist zumindest theoretisch gesichert«, zieht Markus Egger sein Resümee zur Initiative.

Wettbewerbsverzerrung durch stufenweise Öffnung

Die Ladenöffnung nach Ostern für kleine Geschäfte bis 400 m² sieht er hingegen skeptisch, weil es die gerade entstandene Solidarität der Branche wieder zunichte machen könnte: Die zwei Wochen Differenz würden den Konkurrenzdruck erhöhen und Rabattschlachten zusätzlich anheizen. Sale-Regulierungen waren ebenso eine Forderung der Handelsinitiative. Nun wurde vom deutschen Einzelhandel eine Petition ins Leben gerufen, die von der Initiative rund um Moden Egger befürwortet und aktiv bei österreichischen Kollegen verbreitet wird, um die Permanentrabatte grenzübergreifend langfristig zu reglementieren. Zusätzlich wird die Besteuerung des Onlinehandels eingefordert - gemäß den Regelungen des Wohnsitzes des Kunden - um faire Wettbewerbsbedingungen zwischen stationärem und digitalem Handel zu schaffen. Dass die stufenweise Geschäftsöffnungen zu Wettbewerbsverzerrungen führen können, befürchtet auch die WKO. »In einem Positionspapier, das ich als Händler erhalten habe, werden die temporäre Wiedereinführung der zeitlich fixierten Abverkaufszeiten bzw. das Verbot von Abverkäufen bis zumindest 31.7.2020 gefordert. Dies soll europaweit gelten und auch die internationalen Onlineanbieter umfassen«, so Egger. Ob kurzfristige oder langfristige Lösungen, disziplinierte Abschriften bringen lukrativere Margen. Doch dass sich alle daran halten, scheint unrealistisch. »Vor acht Wochen klang es auch unrealistisch, dass der komplette Handel lahmgelegt wird. Es ist trotzdem passiert!«, erwidert Egger.

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