Messe Düsseldorf: Die Schwerpunkte der EuroCI...
Messe Düsseldorf

Die Schwerpunkte der EuroCIS

Messe Düsseldorf

Die wichtigste Fachmesse für Handelstechnologie findet heuer nach Corona-Pause vom 31. Mai bis 2. Juni in Düsseldorf statt.

Im Februar 2020 gehörte die EuroShop in Düsseldorf zu den letzten großen internationalen Messen, die vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa noch stattfinden konnten. 2021 musste die EuroCIS pandemiebedingt pausieren, und auch heuer konnte Europas größte Messe für Handelstechnologie nicht an ihrem angestammten Termin Mitte Februar stattfinden. Doch mit Ende Mai/Anfang Juni wurde unter Einbeziehung der wichtigsten Branchenteilnehmer ein Ersatztermin gefunden. Bei den Organisatoren ist man nun guter Dinge: »In den Pandemiejahren ist extrem viel passiert. Es gab schon lange keine Zeit, in der sich der Handel in so kurzer Zeit so stark verändert hat. Unsere Aussteller haben extrem viele Innovationen zu zeigen«, kündigt Messeleiterin Elke Moebius an.

Auch für Messeveranstalter war die Corona-Zeit hart, die Ausübung ihres Geschäfts unmöglich. »Wir haben viel investiert und mit digitalen Messeformaten experimentiert«, berichtet Moebius. Der Erfolg blieb überschaubar. »Digitale Messen können definitiv nicht die Zukunft sein«, fasst sie die Erfahrungen zusammen. »Wir machen sicher keine rein digitalen Messen mehr.«

Gut gebucht

Das sehen die Aussteller ähnlich. Darum stehen die Vorzeichen für die Rückkehr der realen Messe gut: Mit 10.600 m² vermieteter Fläche (Stand: Mitte März) liegt man zwar noch nicht ganz auf dem Niveau von 2019, aber immerhin auf jenem des Jahres 2016 – und die Anmeldefrist läuft noch. Bisher wurden mehr als 300 Aussteller fixiert, mehr als die Hälfte davon kommen von außerhalb Deutschlands, aus insgesamt 16 Nationen. Aus Österreich gibt es derzeit acht Anmeldungen, darunter Umdasch, die Softwarehäuser Etron und Hermes und der auf mobile Self-Checkout-Lösungen spezialisierte Grazer Anbieter Shopreme.

Der Rückgang bei der Zahl der Aussteller sei in erster Linie auf das Ausbleiben asiatischer Firmen aufgrund der strikten Quarantäne-Regeln zurückzuführen. Der Qualität der Messe tue das keinen Abbruch, meint Ulrich Spaan, der als Mitglied der Geschäftsleitung des EHI Retail Institute eng in die Organisation der Messe eingebunden ist. »Wir haben auf der anderen Seite sehr viele ganz neue Aussteller und Start-ups mit an Bord. Die EuroCIS wird inhaltlich und qualitativ einen Sprung nach vorne machen.«

Als besonders wichtige Themen sehen die Veranstalter heuer fünf Bereiche:

1. Customer Centricity

Der Kunde und seine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Viele Handelsunternehmen suchen einen immer engeren direkten Kontakt zum Endverbraucher, um diesem personalisierte und individualisierte (digitale) Services zu bieten. Das Smartphone der Kunden spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Stichworte sind digitaler Beratungsassistent, personalisierte digitale Angebote basierend auf dem individuellen Kundenprofil, Ausspielen digitaler personalisierter Coupons, digitale Kundenkarte etc. Entscheidend ist, dass digitale Services »vom Kunden her« gedacht werden.

2. Analytics

Die Nutzung von künstlicher Intelligenz und Machine Learning ist für viele Handelsunternehmen eine der wichtigsten technologischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Vor allem im Bereich Datenanalyse spielt Machine Learning bereits jetzt eine große Rolle und unterstützt die Händler bei Verkaufsprognosen, Sortimentsmanagement und Preisgestaltung. Künftig werden Händler noch stärker auf KI-basierte Anwendungen setzen, bei denen dann auch Technologien wie Bilderkennung und Sensorik zum Einsatz kommen. Im Zuge der Ausweitung digitaler Preisauszeichnung wird das im Online-Handel seit langem übliche Dynamic Pricing an Bedeutung gewinnen.

3. Payment

Die Corona-Pandemie hat für einen Boom bei kontaktlosen Bezahlverfahren gesorgt. Apple Pay & Co haben dafür gesorgt, dass sich viele Kunden in kurzer Zeit daran gewöhnt haben, per Smartphone zu bezahlen. In den kommenden Jahren werden sich die Touchpoints, an denen Kunden im stationären Handel bezahlen, weiter vom klassischen Kassenumfeld entfernen. Scan & Go-Lösungen ermöglichen den Kunden die Bezahlung per Smartphone-App, mobile Kassenlösungen ermöglichen dem Verkaufspersonal, den Bezahlvorgang per Tablet oder Smartphone vorzunehmen, ohne dass Kunden zu einer Kasse gehen müssen. Auch die Verschmelzung von Payment-Kanälen aus der On- und Offlinewelt wird zunehmen, so dass es Kunden beispielsweise auch möglich sein wird, Online-Bezahlverfahren stationär zu nutzen.

4. Connected Retail

Die Verschmelzung von On- und Offlinehandel hat durch die Corona-Pandemie einen weiteren großen Schub erlangt. Click-&-Collect-Services sind für viele Verbraucher zur Normalität geworden, auch weitere Services wie Click & Reserve setzen sich zunehmend durch. In Zukunft wird es für jeden Händler mehr als je zuvor unerlässlich sein, digitale und stationäre Verkaufskanäle nahtlos miteinander zu verbinden.

5. Seamless Store

Seit dem Launch von AmazonGo haben sich vielfältige automatisierte Store-Konzepte entwickelt, bei denen der stationäre Einkaufsvorgang weitestgehend digitalisiert abläuft. Vor allem Food- und Convenience-Retailer werden auch in den kommenden Jahren verstärkt in die Weiterentwicklung solcher »kassenloser« Formate investieren. Dabei wird es zu unterschiedlichen Ausprägungen kommen, von Scan & Go und Tap & Go bis hin zum Einsatz von Sensorik und Bilderkennung. Zur Umsetzung einer Seamless-Store-Strategie bedarf es umfassender Investitionen in die technologische Infrastruktur.
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