Mariahilfer Straße: Bitteres Fazit der Wiener...

Mariahilfer Straße: Bitteres Fazit der Wiener Wirtschaftskammer

Harald Jahn/Picturedesk
Fußgängerzone in der Mariahilfer Straße
Fußgängerzone in der Mariahilfer Straße

Laut der aktuellen Passantenzählung der Wiener Wirtschaftskammer verzeichnete die Mariahilfer Straße einen Rückgang tatsächlicher Einkäufer von 13 %.

Während die Wiener Stadtpolitik nun eine zufriedene Bilanz zur Umgestaltung der Mariahilfer Straße zog, herrscht seitens der Wiener Wirtschaftskammer Verbitterung, denn die Passantenzahlen sind nach dem Umbau deutlich zurückgegangen:

»Es zeigt, wie weit mancher Politiker von der wirtschaftlichen Realität, dem Arbeitsmarkt und den Unternehmen entfernt ist«, so der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck.

Die Passantenzählung der Wirtschaftskammer weist nun daraufhin, dass in vier von fünf Bereichen der Mariahilfer Straße die Zahl der Fußgänger stark gesunken ist. Im oberen Teil der Mariahilfer Straße zeigte sich von 2012 bis 2015 gar ein Rückgang von 16,4 %. Bei den tatsächlichen Einkäufern registrierte die Wirtschaftskammer ein Minus von etwa 13 % - von 65,9 % auf 53,2 % aller Passanten. Da die Zählung stets im Oktober stattfindet, besteht durchaus eine Vergleichbarkeit zwischen der Zeit vor und nach dem Umbau, wie die Wiener Wirtschaftskammer betont.

Zahlungskräftiges Publikum fehlt

Vor allem das zahlungskräftige Publikum bleibe der Mariahilfer Straße nun fern, wie Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer, sagt. Dieses sei vor allem mit dem Auto angereist, was nun nicht mehr möglich ist. Der Wandel des Publikums hat nun auch zu einem geänderten Kaufverhalten und neuen Sortimentsansprüchen seitens der Konsumenten geführt: Die hochpreisigen Waren kommen nicht mehr an und kommen daher nun gar nicht erst in die Regale.

Die Geschäftsmieten wurden von dem Umbau der Mariahilfer Straße hingegen nicht beeinflusst, sie blieben annähernd gleich, wie es heißt. Während es in der Gastronomie einen Zuzug von zahlreichen neuen kleineren Unternehmen gab, hielt sich dies beim Handel in Grenzen.

Alte Stärke für »Mahü«

Um der Mariahilfer Straße wieder zu mehr handelstechnischer Vitalität verhelfen zu können, fordert die Wirtschaftskammer nun zusätzliche Querungen für den Zuliefer- und Individualverkehr sowie ein schnelles Umsetzen von Tourismuszonen. Außerdem sollen die Spendensammelaktivitäten dezimiert werden, denn es »sind zu viele auf zu knappem Raum«.
stats