Luxusmarkt: Gucci bleibt trotz Umsatzeinbruch...
Luxusmarkt

Gucci bleibt trotz Umsatzeinbruchs hoch profitabel

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Die Marke Gucci war während der Pandemie weniger gefragt. Im Bild: ein Store in Peking
Die Marke Gucci war während der Pandemie weniger gefragt. Im Bild: ein Store in Peking

Der französische Luxuskonzern Kering hat 2020 17 % seines Umsatzes verloren. Der Gewinn blieb hingegen nahezu stabil. Das hängt auch mit dem Verkauf der Puma-Anteile zusammen.

Überraschung: Unter den wichtigsten Marken des französischen Luxuskonzerns Kering schnitt das bisherige Glanzlicht Gucci in der Corona-Krise am schlechtesten ab. Denn während der gesamte Konzern für das Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzminus von 17,5 % auf 13,1 Mrd. € meldet, brachen die Umsätze bei Gucci gleich um 22,7 % auf 7,4 Mrd. € ein. Damit steht die Hauptmarke freilich immer noch für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. Yves Saint Laurent hielt sich mit - 14,9 % auf 1,7 Mrd. € vergleichsweise deutlich besser, während Bottega Veneta sogar ein Plus von 3,7 % auf 1,2 Mrd. € erzielen konnte. Auch einige kleineren Marken wie Balenciaga und Alexander McQueen konnten trotz Krise wachsen. Und natürlich hat auch der eigene E-Commerce von den weltweiten Ladenschließungen profitiert – hier wurden die Umsätze um 67, 5 % gesteigert.

Selektiverer Vertrieb von Gucci im Wholesale

Nachdem geschlossene Geschäfte und die Corona-Maßnahmen im ersten Halbjahr deutlich auf die Bilanz gedrückt hatten, sei das Unternehmen wieder auf dem Weg der Besserung, meinte Kering-Chef Francois-Henri Pinault bei der Präsentation der Zahlen. Nicht nur Corona hat die Umsätze von Gucci nach unten gedrückt: Deutlich stärker belastet den Konzern die neue Strategie, den Vertrieb von Gucci im Großhandel herunterzufahren. Dadurch will Kering das eigene Image und die Preise besser kontrollieren. Langfristig könnte sich der neue Weg für Kering bewähren, glauben Analysten.

Ergebniszahlen

Das operative Ergebnis des fortgeführten Geschäfts sackte auf Konzernebene um gut ein Drittel auf 3,1 Mrd. € ab. Der bereinigte Gewinn fiel um fast 40 % auf knapp 2 Mrd. €. Aufgrund der Sondereinnahmen in Höhe von 656 Mio. € durch den Verkauf der Puma-Anteile lag der Nettogewinn mit einem Minus von nur 6,9 % auf 2,15 Mrd. € jedoch sehr nahe am Niveau des Vorjahres. Für das laufende Jahr will der Vorstand angesichts der großen Unsicherheit am Markt keinen Ausblick abgeben. Mittel- und langfristig sei man vom weiteren Wachstumspotenzial des Geschäftsmodells überzeugt, heißt es bloß.

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