Logistik: Wieder Engpässe bei Lieferungen aus...
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Wieder Engpässe bei Lieferungen aus Asien

Remira/Adobe

Die weltweiten Lieferketten stehen erneut vor massiven Herausforderungen. Nach dem Corona-Schock ist die Nachfrage nach Produkten aus China so hoch, dass fehlende Frachtkapazitäten im Container-Bereich zum Problem werden.

Die Lieferkette aus Asien steht stärker denn je auf dem Prüfstand, berichtet der Supply-Chain-Spezialist Remira. »90 % des Welthandels werden über See abgewickelt und sieben der größten Seehäfen liegen in China. Doch genau dort gibt es jetzt Schwierigkeiten. Die asiatische Wirtschaft ist nach dem Corona-Schock wieder stark angelaufen, die Nachfrage ist so hoch, dass Produktionskapazitäten vielerorts vollkommen überlastet sind. Jetzt werden fehlende Frachtkapazitäten im Container-Bereich zum Problem«, so Michael Milkowski, Marketing-Verantwortlicher bei dem Dortmunder Unternehmen.

Container in USA geparkt

Der asiatische Markt werde derzeit vor allem von Bestellungen aus Nordamerika geflutet. Da die amerikanische Wirtschaft immer noch unter Produktionsstopps und Werksschließungen leide, könnten die Rückläufe mit Gütern in Richtung Asien nicht wie geplant starten. Die Folge: Die Container sind nicht ausgelastet und müssen vorerst in Amerika verbleiben. Die gesamte globale Lieferkette gerät so ins Stocken. Die Kapazitäten für die Transporte von Asien nach Europa sinken, die Preise steigen und die Wartezeiten werden immer länger.

Container viele Monate im Voraus buchen

»Verschiffungen vor dem Chinese New Year im Februar 2021 zu buchen, ist derzeit fast unmöglich«, berichtet Milkowski und empfiehlt, bereits heute Container für September 2021 zu buchen. »In dieser Lage zeigt sich einmal mehr, dass Unternehmen mit einer transparenten Supply Chain deutlich schneller und flexibler auf Schwierigkeiten in der Lieferkette reagieren können.« Empfehlenswert seien Softwaresysteme, die alle verfügbaren Marktinformationen in ihre Berechnungen mit einbeziehen. Auch sei die Kommunikation mit Lieferanten und Logistikdienstleistern per E-Mail oder Excel zu langsam und fehleranfällig. Unternehmen sollten die Kommunikation mit ihren Lieferanten auf einer gemeinsamen Plattform vernetzen.

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