Quartalsbericht: Ahlers: Konzernumsatz sinkt ...
Quartalsbericht

Ahlers: Konzernumsatz sinkt um 32 %

Ahlers

Der Umsatztrend des ersten Halbjahres setzt sich im dritten Quartal fort. Der Konzernverlust explodiert auf 10,9 Mio. Euro. Maßnahmen zur Kostensenkung wurden eingeleitet, ein neuer Kredit musste aufgenommen werden – das Land NRW bürgt. 

»Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 liegen wir innerhalb unserer Nach-Corona-Planungen. Wir haben auf die außergewöhnlichen Herausforderungen dieses Jahres konsequent reagiert und umfassende Maßnahmen zur kurz- und mittelfristigen Kostensenkung eingeleitet«, erklärt die Vorstandsvorsitzende Stella A. Ahlers bei Vorlage der Neunmonats-Bilanz 2019/20 die aktuelle Situation in Herford. Die Pandemie setzt dem Unternehmen ordentlich zu und wirkte sich auch auf die internationalen Lieferketten aus, was zu einer Verschiebung der Auslieferung der Herbst-/Winterware vom dritten in das vierte Quartal führte. Zwar konnte damit der Umsatztrend des ersten Halbjahres leicht abgemildert werden, aber dennoch sank der Konzernumsatz im Neunmonatszeitraum um 32 % bzw. 50,7 Mio. Euro auf 108,4 Mio. Euro. Dabei lag in Deutschland, dessen Wirtschaft im Vergleich zu den übrigen großen Euro-Ländern Frankreich, Italien und Spanien bislang am wenigsten schwer getroffen wurde, die Umsatzentwicklung mit -27 % oberhalb des Konzerntrends.

Ergebnisrückgang trotz reduzierter Aufwendungen

Maßgeblich für den Rohertragsrückgang von 26,8 Mio. Euro bzw. 34 % auf 52,7 Mio. Euro war der deutlich niedrigere Umsatz. Zwar führten die kurzfristig eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen und auch die Programme des Vorjahres zu einer deutlichen Reduzierung der betrieblichen Aufwendungen (um 16,3 Mio. Euro bzw. 20,6 %). Das Konzernergebnis reduzierte sich dennoch von 0,4 Mio. Euro auf -10,9 Mio. Euro. Zu der Kündigung von 80 Mitarbeitern gab Ahlers bekannt, dass dadurch »die Personalkosten bis Ende des Geschäftsjahres 2022 kontinuierlich und signifikant zurückgehen. Bereits im kommenden Jahr 2021 und vor allem mit dem ab 2022 erwarteten Umsatzanstieg sollte dies zu einer erheblichen Ergebnisverbesserung und zügigen Rückkehr zur Profitabilität führen«.

Neuer Kredit mit Landesbürgschaft

Wegen der Corona-bedingten Verluste und höheren Vorräte (Anstieg um 7,5 Mio. Euro auf 77,8 Mio. Euro) musste ein neuer Kredit aufgenommen werden, der mit einer Bürgschaft des Landes NRW unterlegt ist. Dieser wurde zusammen mit den bestehenden Finanzlinien in einen Fünf-Jahresvertrag eingebunden. Das deckte den Anstieg der Nettofinanzverschuldung um 13,6 Mio. Euro auf 35 Mio. Euro vollständig ab (Vorjahr 21,4 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote lag am 31. August 2020 mit 48,7 % (Vorjahr 59 %) über dem Branchendurchschnitt.

Mit moderaten Umsatzrückgängen rechnet Karsten Kölsch, Finanzvorstand der Ahlers AG: »Wir erwarten, dass die verzögerten Auslieferungen des dritten Quartals im vierten Quartal weitgehend aufgeholt werden und die Umsätze im vierten Quartal nur noch moderat sinken. Im Gesamtgeschäftsjahr 2019/20 sollte die Umsatzentwicklung damit bei etwa -25 % bis -30 % liegen. Das entspricht unserer Einschätzung von vor drei Monaten.«

 

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