Konzernumsatz bricht ein: Massiver Umsatzrück...
Konzernumsatz bricht ein

Massiver Umsatzrückgang bei Hugo Boss

Hugo Boss
Boss Store in Soho
Boss Store in Soho

Im zweiten Quartal sank der Umsatz des deutschen Konzerns drastisch um 59 % auf 275 Mio. Euro, im eigenen Einzelhandel ging er währungsbereinigt um 58 % zurück.

Die Geschäftsschließungen führten auch bei Hugo Boss zu erheblichen Verlusten, vor allem in Europa und Amerika, den größten Regionen des Konzerns. 50 % der eigenen Stores weltweit waren im zweiten Quartal geschlossen. Bedingt durch die Krise kam es insbesondere im April und Mai zu deutlich geringeren Auslieferungen an Handelspartner. Das Minus im Großhandelsgeschäft belief sich währungsbereinigt auf 64 %.

Online strategisch wichtig

Hingegen stiegen im zweiten Quartal die Onlineumsätze um 74 %, wozu das eigene Onlinegeschäft wie auch das der Partnerwebsites (Konzessionsmodelle) gehören. Europa, Amerika und Asien/Pazifik erreichten hier jeweils zweistelligen Wachstum. Regional entwickelten sich die Umsätze im zweiten Quartal z.T. sehr unterschiedlich, da sich die Regionen in unterschiedlichen Phasen der Pandemie befanden.

Wachstumstreiber China

Die Krise belastete insbesondere das Geschäft in Europa und in Amerika. Dort gingen die Umsätze währungsbereinigt um 59 % bzw. 82 % zurück. Darüber hinaus wirkten sich Unruhen und Demonstrationen im Mai und Juni negativ auf das Geschäft in den USA aus. In der Region Asien/Pazifik ging der Umsatz um 36 % zurück. Das chinesische Festland hingegen hob sich positiv ab, erholte sich sukzessive ab Ende März und konnte ab Mai wieder wachsen, so dass im Juni in diesem für Hugo Boss strategisch wichtigen Markt ein währungsbereinigtes Umsatzplus im zweistelligen Prozentbereich eingefahren wurde. Yves Müller, Sprecher des Vorstands der Hugo Boss AG, erklärt: »Es stimmt uns zuversichtlich, dass unsere strategischen Wachstumstreiber China und Online zügig zu ihrer alten Dynamik zurückgekehrt oder sogar noch schneller gewachsen sind. Wir werden nun all unsere Anstrengungen auf den weiteren Aufschwung unseres globalen Geschäfts richten, um so schnell wie möglich zu Umsatz- und Ergebniswachstum zurückzukehren.«

Ergebnisentwicklung belastet

Neben dem deutlichen Umsatzrückgang wirkten sich auch negative Effekte aus der Bestandsbewertung auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns aus. Darüber hinaus lasteten Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte in Höhe von 125 Mio. Euro, die direkt mit den Auswirkungen der Pandemie auf das Einzelhandelsgeschäft des Konzerns zusammenhängen, auf dem operativen Ergebnis (Ebit). Dieses lag ohne Berücksichtigung der Wertminderungen bei minus 124 Mio. Euro (Q2 2019: plus 80 Mio. Euro). Zahlreiche Maßnahmen zur Kostensenkung, die bereits zu einem frühen Zeitpunkt implementiert wurden, hätten laut Konzern den Ergebnisrückgang teilweise kompensiert. Unter Berücksichtigung der Wertminderungen lag das Ebit im zweiten Quartal bei minus 250 Mio. Euro.

 

 

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