Psychische Erkrankungen - 'Reden wir ganz nor...Kampagne
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Psychische Erkrankungen - 'Reden wir ganz normal darüber'

ganznormal.at

Flughafen-Vorstand Julian Jäger, Vorsitzender des Vereins 'ganznormal.at' präsentierte Pro-Bono-Kampagne von UniqueFessler mit dem Slogan "Depression kann ich mir nicht leisten", die dieser Tage startet. 

Pressekonferenzen sind für Flughafen-Vorstand Julian Jäger Routine. Doch normalerweise spricht er über den Zustand des Flughafens und der Luftfahrt. Bei der Pressekonferenz am 3. November im Café Museum trat er als Vorsitzender des Vereins "ganznormal.at" auf, um gemeinsam mit Gesundheitsexperte und Agentur-Chef Jörg Fessler die neue Kampagne von UniqueFessler zu präsentieren. "Die Pandemie hat das Problem der psychischen Erkrankungen nochmals verstärkt, deshalb ist es ganz wichtig, für eine Gleichstellung zwischen psychischen und physischen Erkrankungen einzutreten", erläutert Jäger das Anliegen des Vereines, der vor zehn Jahren gegründet wurde. Primarius Georg Psota (Chefarzt der Psychosozialen Dienste), ebenso an Bord wie Ralph Vallon, der die Pressekonferenz organisiert hat, untermauert mit Fakten: Von den fünf häufigsten Krankheiten ist mit der Depression die absolute Nummer 1 eine psychische. Depressionen und Angstzustände haben in der Pandemie zugenommen, vor allem auch bei Kindern. Doch weil man von der "Seele kein Röntgenbild machen kann" gestehen sich viele Menschen nicht ein, dass sie krank sind und suchen keine Hilfe.

Genau da setzt der Verein ganznormal.at an. "Wer sich früher behandeln lässt, hat größere Chancen, die Krankheit in den Griff zu bekommen", weiß Jäger, der auch als Arbeitgeber sehr sensibel in dieser Frage ist. "Eineinhalb Jahre Kurzarbeit sind auch an den Mitarbeiterinnen des Flughafens nicht spurlos vorüber gegangen", weiß Jäger, der aktiv Hilfe im Unternehmen anbietet.

'Depression kann ich mir nicht leisten'

Über die Krankheit reden ist der erste Schritt – und genau da setzt die Kampagne von Jörg Fessler an. Die Plakat- und Print-Sujets zeigen eine Frau und einen Mann, die sich ein Lächeln mit Hilfe von Wäscheklammern ins Gesicht zaubern. Ein Lächeln, das ihnen aufgrund ihrer Depression ohne Hilfe nicht mehr möglich ist. "Bei einer Pro-Bono-Kampagne benötigt man mindestens 25 Menschen, die auch kostenlos arbeiten", erzählt Fessler. Und das ist nicht immer einfach. Doch in diesem Fall haben sich Fotografen, Filmproduzenten, Grafiker und Texter sehr spontan bereit erklärt, für dieses Projekt zur Verfügung zu stehen. Mit Infoscreen, Gewista und Print-Medienpartnern kann die Kampagne mit dem Slogan "Angstzustände, Depression kann ich mir nicht leisten" jetzt starten.

Besonders gelungen ist der TV- und Kino-Spot, der einen typischen Manager zeigt, der sich seine Depression nicht eingestehen kann. Er wird auf W24 zu sehen sein und hoffentlich auch noch bei anderen TV-Sendern. Denn Ziel der Kampagne ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen, damit sie "ganz normal über ihre Erkrankung reden", so wie über einen Skiunfall oder einen Herzinfarkt.

Die Intention dabei ist, eine öffentliche Diskussion in Gang zu bringen und so einen ganz normalen Umgang mit diesem Thema zu schaffen. Nur so können psychische Erkrankungen enttabuisiert und entstigmatisiert werden.  Es soll den Betroffenen leichter fallen, ihre Beschwerden anzunehmen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auf der durch die Kampagne beworbenen Homepage www.ganznormal.at findet man umfassende Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen.

Credits Kreation:
Kreativagentur: UniqueFessler Werbeagentur
Videoproduktion: Das Rund Filmproduktion
Fotograf: Markus Thums
Bildbearbeitung: Blaupapier
Tonstudio: Sunshine Mastering, Georg Tomandl
Musik: Please Madam – Shadows



Dieser Text erschien zuerst auf www.horizont.at.

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