Insolvenzwelle: Stefanel und Colloseum sind p...
Wolfgang Filser / SZ-Photo / picturedesk.com
Download von www.picturedesk.com am 21.04.2020 (12:23). Holzstempel mit Aufschrift Insolvenz - 20200412_PD7615
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Erst am 17. April wurde über die Textilhandelskette Colloseum ein Konkursverfahren eröffnet. Nun hat auch der Modehändler Stefanel selbiges beantragt. Eine Sanierung sei nicht geplant.

Corona bringt viele Akteure der Branche in Existenznot. Jüngstes Beispiel ist der Modehändler Stefanel. Wie heute bekannt wurde, hat die Stefburg Mode-HandelsgmbH am Handelsgericht Wien den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Aktiva von rund 506.000 € stehen Passiva in der Höhe von rund 6 Mio. € gegenüber. Die 52 Mitarbeiter seien bereits beim AMS zur Kündigung angemeldet, teilten die Gläubigerverbände Creditreform und Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) mit.

Als Insolvenzursachen nennt das Unternehmen den »generellen Strukturwandel in der Modeindustrie«, die Konkurrenz durch den Online-Handel sowie die Insolvenz des italienischen Mutterkonzerns 2019. Zuletzt hatte die Firma noch neun Standorte in Österreich. Die Umsätze waren sehr rückläufig. Dazu kamen nun die durch die Corona-Pandemie erzwungenen Geschäftsschließungen.

Das Unternehmen soll geschlossen werden. Ein Sanierungsplan sei derzeit nicht angedacht.

Colloseum auch in Österreich insolvent

Über die Colloseum Retail GmbH mit Sitz in Wien wurde am 17. April ein Konkursverfahren eröffnet, teilt der KSV1870 mit. Das Unternehmen betreibt Textileinzelhandelsgeschäfte an 57 Standorten in Österreich. Rund die Hälfte von ihnen soll weitergeführt werden.

Neben den rund 330 Mitarbeitern sind weitere 150 Gläubiger vom Insolvenzverfahren betroffen. Die gesamten Verbindlichkeiten betragen laut Schuldnerangaben 7,8 Mio. €. Ihnen stehen Aktiva von rund 6,1 Mio. gegenüber. Die Insolvenzursache liege den Angaben des Unternehmens zufolge in der Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft F1RST Retail AG in Oberhausen begründet, über die zwei Wochen zuvor ein Insolvenzverfahren eröffnet worden war.

An einem Sanierungskonzept werde gearbeitet. Rund 30 Filialen sollen fortbetrieben werden. Aufgrund der Corona-Krise wurde jedoch noch kein konkreter Sanierungsplanantrag bei Gericht eingebracht.

Wie auf der Website des Unternehmens ersichtlich, hat Colosseum auch seinen Online-Shop geschlossen.

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