Hugo Boss: Plus bei Casual, minus bei Busines...

Hugo Boss: Plus bei Casual, minus bei Business

Einige Fortschritte macht Konfektionär Hugo Boss bei seiner Restrukturierung. Es tun sich aber auch einige Probleme auf.

Im ersten Halbjahr 2017 sind die Konzernumsätze der Hugo Boss AG in Summe um 2 % auf 1,29 Mrd. € gewachsen. Erstmals seit zwei Jahren stiegen dabei die Umsätze in den USA, und auch China entwickelte sich gut – in Europa wurde hingegen nur ein Pari erreicht, im wichtigsten Markt Deutschland sogar ein Minus von 2 % eingefahren. Abermals stammt das konzernweite Umsatzplus zur Gänze aus dem eigenen Retail (+ 3 %), während die Verkäufe im Wholesale leicht zurückgingen (- 1 %). Letzteres ist jedoch laut Konzernchef Mark Langer auf »zeitliche Verschiebungen von Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr« zurückzuführen. Sehr gut lief es im ersten Halbjahr für die jüngere, modischere Marke Hugo, die ihre Umsätze um gleich 11 % auf 187,3 Mio. € steigern konnte. Bei der Kernmarke Boss blieb der Umsatz nahezu unverändert bei 1,10 Mrd. €.

Zwei-Marken-Strategie

Aktueller Arbeitsschwerpunkt ist die Umsetzung der neuen Zwei-Marken-Strategie mit dem Fokus auf Boss und Hugo. Bekanntlich sind die bislang eigenständigen Linien Boss Orange und Boss Green in die Kernmarke Boss integriert worden. Erstmals präsentiert wurde die neue Kollektionsstruktur nun bei den Modemessen für Frühjahr/Sommer 2018. »Die neuen Kollektionen sind von den Handelspartnern positiv aufgenommen worden«, heißt es dazu aus dem Konzern. Die Auftragslage der beiden Marken habe sich »insgesamt weitestgehend stabil gegenüber dem Vorjahr« entwickelt. Dabei kam es aber zu kräftigen Verschiebungen innerhalb der einzelnen Segmente: Zwar konnte der Auftragseingang der Athleisurewear von Boss zweistellig zulegen – mit der Businesswear ging es hingegen so sehr nach unten, dass dieser Rückgang nur teilweise kompensiert werden konnte. Deutlich besser hat sich die Order bei der Marke Hugo entwickelt, aber auch hier »vor allem aufgrund eines starken zweistelligen Wachstums der Casualwear«, wie es heißt. Um den Bedürfnisse der Kunden noch stärker entgegenzukommen, erweitert Hugo Boss sein Angebot in kommerziell wichtigen Einstiegspreislagen, heißt es weiter. Außerdem werden die Omni-Channel-Services ausgebaut, verstärkt in die Schulung des Verkaufspersonals investiert und für beide Marken neue Storekonzepte eingeführt.

Höherer Gewinn als erwartet

Deutlich positiv hat sich die Ergebnissituation entwickelt: Das operative EBITDA vor Sondereffekten steigerte sich zwar nur um 2 % auf 205,1 Mio. €, das Ergebnis EBIT verdoppelte sich hingegen auf 145,1 Mio. €, das Konzernergebnis verdoppelte sich gleichermaßen auf 105,6 Mio. €. Hauptgrund für das besser als erwartet ausgefallene Ergebnis: Das Unternehmen konnte im Vergleich zur ursprünglichen Planung günstigere Konditionen bei der vorzeitigen Beendigung von Mietverträgen im Rahmen der notwendigen Storeschließungen erzielen. Somit konnten die zuvor gebildeten Rückstellungen gewinnerhöhend aufgelöst werden.
Mark Langer, CEO der Hugo Boss AG
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Mark Langer, CEO der Hugo Boss AG
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