Hugo Boss droht nächster Dämpfer

Hugo Boss droht nächster Dämpfer

Hugo Boss
BU: Der Vorstand von Hugo Boss (v. l.): Ingo Wilts (Chief Brand Officer), Mark Langer (CEO), der neue COO Heiko Schäfer und Yves Müller (CFO)
BU: Der Vorstand von Hugo Boss (v. l.): Ingo Wilts (Chief Brand Officer), Mark Langer (CEO), der neue COO Heiko Schäfer und Yves Müller (CFO)

Die letzten Jahre waren keine glänzenden für Hugo Boss. Der Aktienkurs ist seit 2015 um zwei Drittel eingebrochen. Nun wird Ex-Tom-Tailor-Chef Heiko Schäfer in den Vorstand geholt.

Die Aktionäre von Hugo Boss sind leidgeprüft: Alleine im Laufe des Vorjahres verlor die Aktie 40 % ihres Wertes, seit Jahreswechsel kam noch einmal ein Minus von 10 % hinzu. Nun folgt die nächste Hiobsbotschaft: »Nach einem sehr guten Start in das Jahr 2020 ist unser Geschäft in Asien aktuell von den Auswirkungen des Coronavirus erheblich beeinträchtigt«, finden CEO Mark Langer bei der Präsentation der Bilanz für das Jahr 2019 klare Worte. Seit Ende Jänner gebe es »deutliche Umsatzeinbußen«, die Mehrzahl der rund 150 eigenen Verkaufspunkte auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und Macau seien nach wie vor geschlossen, die restlichen Geschäfte würden nur mit stark eingeschränkten Öffnungszeiten operieren. Darüber hinaus werde auch in weiteren wichtigen Märkten »ein deutlicher Rückgang der Umsätze registriert«.

Dabei handelt es sich bei China um einen wichtigen (und zuvor lange Jahre stark vernachlässigten) Wachstumsmarkt für Hugo Boss. So sind die Umsätze dort im vergangenen Jahr »deutlich zweistellig« gewachsen, wie der Konzern mitteilt.  

Bilanz 2019

Das war gleichzeitig eines der wenigen Highlights des Bilanzjahres 2019. Denn in Summe betrug das Umsatzwachstum nur 3 % und damit deutlich weniger als bei der internationalen Konkurrenz. Währungsbereinigt stiegen die Umsätze um 2 % auf 2,88 Mrd. €. In Europa wurde um 4 % mehr erlöst, das Amerika-Geschäft zeigte sich hingegen um 7 % rückläufig.

Im eigenen Einzelhandel legten die Umsätze um 4 % zu, auch die Flächenproduktivität der eigenen Stores erhöhte sich um 4 %. Zu diesem Segment gehört auch das Onlinegeschäft, das gleich um 35 % gewachsen ist und nun für einen Umsatz von 151 Mio. € (oder 5,2 % des Konzernumsatzes) steht. Das Wholesale-Geschäft ging hingegen um 3 % zurück und steht nicht einmal mehr für ein Drittel des Konzernumsatzes.

Das operative Ergebnis EBIT lag mit 333 Mio. € um 4 % unter dem Vorjahreswert, das Konzernergebnis ging sogar um 10 % auf 205 Mio. € zurück.

Ausblick 2020

Nicht zuletzt aufgrund der erwähnten Auswirkungen des Coronavirus fällt der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr eher bescheiden aus. Beim Umsatz wird ein kleines Plus zwischen 0 und 2 % in Aussicht gestellt. Das EBIT werde vermutlich leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen, das Konzernergebnis dafür um bis zu 10 % besser ausfallen.

Neuzugang im Top-Management

Verkündet wurde außerdem eine Aufstockung der Geschäftsführung: Mit 16. März beginnt Heiko Schäfer als Chief Operating Officer (COO) in Metzingen zu arbeiten. Schäfer war zuletzt CEO von Tom Tailor, zuvor mehrere Jahre Senior Vice President bei Adidas. Bei Hugo Boss ist er künftig für die Ressorts Globale Produktionsentwicklung und Beschaffung, Eigenfertigung, Operations sowie Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement zuständig.

stats