Hohe Umsatzverluste: Deutsche Mode mit minus ...
Hohe Umsatzverluste

Deutsche Mode mit minus 20 % in tiefer Krise

Die deutsche Bekleidungsindustrie hat die Auswirkungen der Coronakrise im ersten Halbjahr massiv zu spüren bekommen. Die Hersteller von Anzügen und Businesswear sind besonders schwer betroffen. Auch der Export verzeichnet zum ersten Mal ein Minus.

»Homeoffice und Anzug passen nicht zusammen und diese Käufe werden von den Verbrauchern einfach nicht nachgeholt.« So beschreibt der Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion, Gerd Oliver Seidensticker, das Dilemma der Branche. Gestützt auf Zahlen des Statistischen Bundesamts sei neben den Umsatzeinbrüchen auch der Export, der bisherige Erfolgstreiber der deutschen Modeunternehmen, um rund 10 Prozent eingebrochen. Damit verzeichne man zum ersten Mal seit 30 Jahren ein Minus.

Exportmarkt eingebrochen

Die größten Verluste fuhren mit einem Minus von 30 % die Exporte nach Großbritannien ein, auch wegen des Brexits. Das zweitstärkste Minus gab es mit 24 % im Geschäft mit dem gebeutelten Spanien. Österreich steht nach der Schweiz und Polen auf Platz 3 der wichtigsten Exportländer. Auch hier sind die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13 % auf rund 1 Mio. Euro zurückgegangen.

Mit einem Minus von 12 % ist der Import ebenso betroffen. Weiters zeigen die Statistiken bei den Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 6 % sowie - 9 % bei der Anzahl der Betriebsstätten. »Die Coronapandemie hat die Modebranche in eine tiefe Krise gestürzt. Viele unserer Unternehmen sind auf Hilfe vom Staat angewiesen – in einigen Fällen werden Insolvenzen nicht zu verhindern sein«, fasst Seidensticker die Lage zusammen.

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