Höltl Retail Solutions ist insolvent

Höltl Retail Solutions ist insolvent

Buchalik Brömmekamp
Tim Langstädtler, Sanierungsgeschäftsführer bei Höltl Retail Solutions
Tim Langstädtler, Sanierungsgeschäftsführer bei Höltl Retail Solutions

Der Bad Hersfelder Spezialist für Kassen- und Warenwirtschaftslösungen, Höltl Retail Solutions, hat nun Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

»Mit dem Verfahren will sich Höltl auf einen möglichen Umsatzverlust durch den Wegfall eines Großkunden frühzeitig vorbereiten«, so heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Um welchen Großkunden es sich dabei genau handelt, darüber macht Höltl keine Angaben. Die deutsche Textilwirtschaft spricht von der Verbundgruppe Intersport, welche dies allerdings dementiert.

Insolvenz in Eigenverwaltung

»Mit der Eigenverwaltung verfolgen wir das Ziel, das Unternehmen neu aufzustellen und nachhaltig wettbewerbsfähig zu machen. Das Verfahren hat den Vorteil, dass es keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb hat«, so der Geschäftsführer von Höltl, Johannes Schick. Die unternehmerische Verantwortung liegt bei diesem Konzept weiter bei der Geschäftsführung. Sie setzt die entsprechenden Sanierungsmaßnahmen selbstständig um und wird dabei von einem Sachverwalter beaufsichtigt. Man wolle mit der Insolvenz in Eigenverwaltung »das Unternehmen neu aufstellen und nachhaltig wettbewerbsfähig machen.«

Bei der Umsetzung wird Höltl von der Kanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf unterstützt, Tim Langstädtler ergänzt die Unternehmensleitung im Zuge dessen als Sanierungsgeschäftsführer. Dieser sieht die Zukunft des Unternehmens positiv: »Höltl ist im operativen Bereich eigentlich kerngesund, und die Auftragslage ist gut.«

Neues Geschäftsmodell

Fokus des wahrscheinlich sechsmonatigen Eigenverwaltungsverfahrens besteht im Ausbau des Vertriebs, zudem soll die Projektsteuerung überarbeitet werden. Außerdem will sich Höltl ab sofort auf integrierte Standard-Software wie die Höltl Suite konzentrieren. Das Geschäft mit individuellen Lösungen wird hingegen »deutlich« zurückgefahren werden. Geschäftsführer Johannes Schick zufolge, entspricht dies eindeutig einer Wandlung des Geschäftsmodells.

Derzeit beschäftigt Höltl an den vier Standorten in Bad Hersfeld, in der Schweiz, Österreich und Tschechien rund 100 Mitarbeiter, die ihre Stellen behalten sollen. 2016 reduzierte sich der Unternehmensumsatz im einstelligen Prozentbereich auf rund 8 Millionen Euro. Erstmals rutschte das Unternehmen auch in die Verlustzone. Zu seinen bekannten Kunden zählen u.a. Calida, Hallhuber, Lascana und Marc Cain.
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