H&M mit weniger Gewinn

H&M mit weniger Gewinn

H&M
H&M Store in Miami
H&M Store in Miami

Das Geschäftsjahr 2015/16 zählt nicht zu den erfolgreichsten von H&M: Der Jahresgewinn sank um 11 Prozent auf 18,6 Milliarden SEK.

Wie bereits berichtet, hat die zweitgrößte Modemarke der Welt, H&M, ihren Nettoumsatz zwar auf ein neues Rekordniveau von 192,3 Mrd. SEK (umgerechnet 19,7 Mrd. €) gesteigert, die Wachstumsrate von 6 % entspricht jedoch der geringsten Steigerung seit fünf Jahren. Der Gewinn ist laut dem soeben veröffentlichten Jahresbericht sogar zurückgegangen. Der Rohertrag sank von 57,0 auf 55,2 %, der Gewinn nach Steuern fiel um 11 % auf 18,6 Mrd. SEK (1,9 Mrd. €). »Der Gewinn war sowohl von den höheren Abschriften als auch von den gestiegenen Einkaufspreisen aufgrund des starken US-Dollars negativ beeinflusst«, heißt es dazu im Bericht. Die Zahl der Stores stieg um 427 auf 4.351.  

Erfolg in Österreich

Gut geschlagen hat sich H&M in Österreich, wo die Schweden ihre Marktführerschaft von hohem Niveau aus sogar noch ausbauen konnten: Die Umsätze wurden hierzulande um 3 % auf 474 Mio. € gesteigert, auch dank der sechs Neueröffnungen (bei einer Schließung). Bekanntlich ist H&M im Vorjahr mit den beiden Marken Weekday und Monki neu am österreichischen Markt eingetreten. Mit diesem Wachstum schlug sich die hiesige Landesorganisation bedeutend besser als etwa der wichtigste Markt Deutschland, der beim Umsatz stagnierte, während in Frankreich (-1 %) oder der Schweiz (-7 %) sogar rückläufige Umsatzzahlen in Kauf genommen werden mussten.  

Langsamere Expansion

Heruntergefahren wird indessen das Expansionsziel: Hieß es in der Vergangenheit stets, man wolle die Zahl der Stores jährlich um 10 bis 15 % steigern, wird künftig ein jährliches Wachstum des Gesamtumsatzes – also stationär plus online – von 10 bis 15 % anvisiert. »Wir freuen uns sehr, dass unser Online-Business sich für alle unsere Marken so gut entwickelt, sowohl was die Umsätze als auch was die Profitabilität anbelangt«, sagt CEO Karl-Johan Persson. »Wir haben von hohem Niveau aus weitere Marktanteile gewonnen, was zeigt, dass sich unsere Investitionen ins Online-Business lohnen.« Freilich werde man auch dem stationären Handel treu bleiben, betont Persson. »Kundennähe wird noch wichtiger, wenn sich die physische und digitale Welt immer mehr miteinander verweben. Unsere Stores haben sehr günstige und flexible Mietverträge, sind in guten Locations und amortisieren sich schnell.«

Vermutlich wird die stationäre Expansion für H&M angesichts der erreichten Marktdichte tatsächlich nicht leichter: In 64 Ländern ist der schwedische Konzern bereits präsent, viele relevante weiße Flecken gibt es da auf der Landkarte nicht mehr. Die Liste der Länder, die heuer neu erschlossen werden, umfasst Kasachstan, Kolumbien, Island, Vietnam und Georgien.

Geschäftsjahr 2016/17: Ausblick

Angekündigt ist für heuer auch der Launch von »einer oder zwei neuen Marken«, ohne weitere Details zu nennen. Zusätzlich will man die Linie H&M Home in die Selbstständigkeit entlassen und künftig eigenständige H&M Home Stores eröffnen.
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