H&M: Die Familie geht

H&M: Die Familie geht

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Download von www.picturedesk.com am 30.01.2020 (12:01). Karl-Johan Persson (R), current CEO of Swedish clothing retail giant Hennes and Mauritz (H&M), and the company's designated CEO Helena Helmersson pose as they arrive for a press conference at the company's headquaters in Stockholm, January 30, 2020. (Photo by Jonas EKSTROMER / TT News Agency / AFP) / Sweden OUT - 20200130_PD2688 - Rechteinfo: Nur für redaktionelle Nutzung! - Editorial Use Only! Werbliche Nutzung nur nach Freigabe!
Download von www.picturedesk.com am 30.01.2020 (12:01). Karl-Johan Persson (R), current CEO of Swedish clothing retail giant Hennes and Mauritz (H&M), and the company's designated CEO Helena Helmersson pose as they arrive for a press conference at the company's headquaters in Stockholm, January 30, 2020. (Photo by Jonas EKSTROMER / TT News Agency / AFP) / Sweden OUT - 20200130_PD2688 - Rechteinfo: Nur für redaktionelle Nutzung! - Editorial Use Only! Werbliche Nutzung nur nach Freigabe!

Der erst 44-jährige CEO und Großaktionär Karl-Johan Persson zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2018/19 weisen klar bergauf. Auch in Österreich.

Nach überstandener Krise kommt es bei H&M zu einem unerwarteten Chefwechsel: Karl-Johan Persson, Mitglied der Gründerfamilie, übergibt sein Amt an Helena Helmersson, die schon bisher im Vorstand von H&M als COO für Bereiche wie Expansion, Produktion, Logistik, IT und Planung zuständig war. Helmersson ist seit 1997 im Unternehmen und hat im Einkauf angefangen. Karl-Johan Persson, 44, wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender. Dort folgt er auf seinen Vater Stefan Persson, der sich nach zwanzig Jahren aus dieser Position zurückzieht. Stefan Persson, 72, ist der Sohn des Firmengründers Erling Persson und der reichste Schwede. Die Familie hält immer noch gut 40 % am börsennotierten Unternehmen.

Wie Stefan Persson betont, habe sich H&M in seiner Amtszeit von einem Unternehmen mit einer Marke zu einer aus neun Brands bestehenden Modegruppe gewandelt. Die letzten Jahre waren von »bedeutenden und notwendigen Investitionen« in Logistik, Technologie und Datenmanagement geprägt - »Investitionen, die jetzt beginnen, sich in Form von steigender Kundenzufriedenheit, Umsatz und Profit bezahlt zu machen«, so der per 30. Jänner ausgeschiedene CEO.  

Geschäftsjahr 2019

Das zeigt sich auch in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2018/19 (per 30. November), die zeitgleich präsentiert wurden. Demnach hat H&M nach zwei Jahren mit deutlich geringeren Wachstumsraten wieder um 6 % zugelegt. Der Gesamtumsatz wuchs auf 232,8 Mrd. SEK, umgerechnet 22,1 Mrd. € netto. In der Konzernwährung betrug die Wachstumsrate sogar 11 %. Auch in Österreich schlug sich die Gruppe mit einem Umsatzplus von 4 % auf 503,6 Mio. € so gut wie schon lange nicht. Dabei blieb die Zahl der Stores hierzulande mit drei Schließungen und drei Neueröffnungen konstant bei 87. International wuchs die Zahl der Geschäfte um 108 auf 5.076, wobei die Mehrzahl der Neueröffnungen entgegen der ursprünglichen Ankündigung wieder auf die Hauptmarke H&M entfiel. Nach Regionen betrachtet wurden die meisten neuen Geschäfte in Asien eröffnet, in Europa blieb die Filialzahl nahezu konstant.

Wie sich die Umsätze flächenbereinigt entwickeln, teilt H&M schon mehrere Jahre nicht mehr mit. Was verraten wird, sind die überproportionalen Zuwächse im E-Commerce (+ 18 %) sowie im sogenannten »New Business«, zu dem die neuen Linien wie COS, & Other Stories und Weekday gezählt werden (+ 16 %). Berücksichtigt man dazu auch noch die Neueröffnungen, blieb in den H&M-Geschäften flächenbereinigt wohl nicht viel mehr in den Kassen als im Jahr davor.

Pläne für 2020

Die Rohertragsspanne sank leicht von 52,7 auf 52,6 %, die operative Marge stieg ebenso leicht von 7,4 auf 7,5 %. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 11 % auf 1,65 Mrd. €. Für die Gewinnsteigerung macht Karl-Johan Persson abermals gesunkene Abschriften verantwortlich. Auch Zusammensetzung und Höhe des Warenlagers habe sich weiter verbessert: Zum Bilanzstichtag lag der Lagerwert um 6 % unter dem Vorjahresniveau.

Auch der Start ins neue Geschäftsjahr fiel gut aus: Für den Zeitraum 1. Dezember bis 28. Jänner meldet H&M ein Umsatzplus von 5 % in lokalen Währungen. Durch die steigenden Online-Umsätze steht das Filialnetz weiterhin auf dem Prüfstand. Im Laufe des Jahres sollen rund 175 Stores weltweit geschlossen werden. Dem gegenüber stehen rund 200 geplante Eröffnungen, vornehmlich in Wachstumsmärkten. Über Nachverhandlungen versucht man außerdem, die Mietkonditionen zu verbessern. Alleine heuer sollen demnach 1.000 Mietverträge neu verhandelt werden.

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