Heimische Modeindustrie fürchtet ums Überlebe...

Heimische Modeindustrie fürchtet ums Überleben

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Download von www.picturedesk.com am 30.03.2020 (11:06). IVANOVO REGION, RUSSIA - FEBRUARY 7, 2020: An employee in a finishing room at the manufacturing site of the TDL Textile company's Navtex factory producing cotton fabrics and medical products in the town of Navoloki in Kineshma District. Since 2016, the Navtex textile factory is implementing an investment project of high-tech production of bandaging materials; the products are sold through government contracts and exported by pharmaceutical distributors. Vladimir Smirnov/TASS - 20200207_PD8125
Download von www.picturedesk.com am 30.03.2020 (11:06). IVANOVO REGION, RUSSIA - FEBRUARY 7, 2020: An employee in a finishing room at the manufacturing site of the TDL Textile company's Navtex factory producing cotton fabrics and medical products in the town of Navoloki in Kineshma District. Since 2016, the Navtex textile factory is implementing an investment project of high-tech production of bandaging materials; the products are sold through government contracts and exported by pharmaceutical distributors. Vladimir Smirnov/TASS - 20200207_PD8125

Nun wendet sich auch die heimische Modeindustrie mit einem Hilfeschrei an die Öffentlichkeit. Ohne Unterstützung drohe eine »noch nie dagewesene Insolvenzwelle«.

Obwohl bereits über 80 % der aktuellen Frühjahrs-/Sommerware ausgeliefert ist, kann diese derzeit nicht verkauft und damit auch nicht an die Lieferanten bezahlt werden, schreibt der Fachverband Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie (TBSL) in der Wirtschaftskammer. »Modeware verdirbt wie Obst«, verlorener Umsatz könne nicht mehr aufgeholt werden, verdeutlicht Joseph Lorenz, stellvertretender Obmann des Verbands und Geschäftsführer der Lorenz Shoe Group.

Forderung nach nicht rückzahlbarer Geldspritze

Grundsätzlich seien die Vorschläge zur Kurzarbeit und für Überbrückungskredite gut und könnten kurzfristig helfen. Aber für die Branche gehe es um den entgangenen Umsatz. Ohne eine nicht-rückzahlbare Geldspritze vom Staat schaue es für viele düster aus, sagt Lorenz, gleichzeitig Obmann der Berufsgruppe Schuh im Fachverband.

Wenn die aktuelle Schließung der Geschäfte länger als bis Mitte April dauere, würden viele Betriebe im Schuh- und Bekleidungshandel nicht überleben, warnt Lorenz. Die Verluste, die bis dahin aufgelaufen sind, seien nicht mehr aufzuholen. Selbst wenn die Geschäfte wieder öffnen, sei mit einem geänderten Konsumverhalten zu rechnen. »Der Umsatz wird ja nicht von heute auf morgen wieder hinaufschnellen«, so Lorenz.

Derzeit Kurzarbeit

Die aktuelle Sommerware sei noch nicht einmal vollständig ausgeliefert und der Verkauf für den Winter sei bei einem Auftragsvolumen von maximal 75 % unterbrochen, da es keine Messen und Ausstellungen mehr gebe, sagt Lorenz. Infolge Corona machen die meisten Betriebe der österreichischen Schuhindustrie zum Schutze ihrer Beschäftigten seit Mitte März Betriebsurlaub und sind gezwungen, anschließend Kurzarbeit einzuleiten. Dies auch deshalb, da die Lieferkette für die bereits für die nächste Herbst-/Winter-Saison bestellten Materialien durch die Schließung vieler Zulieferbetriebe, etwa in Italien, unterbrochen ist.

Sollten die Ausfälle auf den Absatzmärkten länger als bis Mitte April dauern, befürchtet der Obmann des Fachverbands, Manfred Kern, »eine noch nie dagewesene Insolvenzwelle«. Er fordert deshalb »eine entsprechende schnelle Liquiditätshilfe«.

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