Starker Einkaufssamstag vorm ZusperrenHandel im 4. Lockdown
A. Vossberg
Grazer Innenstadt
Grazer Innenstadt

Österreichs Handel zieht am letzten Einkaufssamstag vor dem Lockdown eine positive Bilanz und verzeichnet ein Umsatzplus von 15 Prozen

Seit 36 Sunden gilt in ganz Österreich bis 13. Dezember wieder ein harter Lockdown für alle. Das heißt, mit Ausnahme der Einkäufe für den täglichen Bedarf, sprich Lebensmittel- und Drogeriefachhandel, muss der Handel seine Türen wieder geschlossen halten. Bitter vor allem, wenn man bedenkt, dass die wichtigen Weihnachtseinkäufe in den Startlöchern, sowie die Black Week unmittelbar bevorstehen. Denn dass die Menschen dafür gerne auch stationär einkaufen, zeigt die Bilanz des letzten Einkaufssamstags vor dem Lockdown. An diesem Tag wurde eine erhöhte Kundenfrequenz vor circa 10 Prozent gemessen und überdurchschnittliche Umsätze von plus 15 Prozent in ganz Österreich im Vergleich zu 2019. Vor allem im Westen des Landes kam es zu Schlangenbildungen vor den Geschäften, insbesondere dort, wo großzügige Rabatte und vorgezogene Black Friday Specials angeboten wurden, berichtet der Handelsverband.

Zwischen Rabatt und Verlustersatz

Auch der Modehandel reagiert auf die Ankündigung eines abermaligen Lockdowns rasch: in den sozialen Medien wurde blitzschnell auf Rabattaktionen zwischen 20 und 30 %  am letzten offenen Einkaufssamstag hingewiesen. Neben durchgestrichenen Preisen reagierte man auch mit einem verkaufsoffenen Sonntag z. B. in Salzburg oder Kaprun. 17 Händler in Salzburgs Altstadt hatten sich kurzerhand entschlossen, ihre Läden am letzten Sonntag vor dem Lockdown offen zu halten - auch, um ein Zeichen zu setzen. Gegen die Befürchtung, ein Großteil der Einkäufe für Weihnachten werde nun vorrangig bei den Online-Giganten stattfinden, appellierte gestern u. a. der Wiener Klima-Stadtrat Jürgen Czernohorszky an die Wiener Bürger: »Die meisten Waren können aber auch bei heimischen, regionalen Produzenten und Anbietern bestellt werden. Und die können auch sehr leicht gefunden werden«, so Czernohorszky und verweist auf die Online-Plattform Wien hält zusammen der Stadt Wien.

Aktuell werden dem heimischen Handel Umsatzverluste im dreistelligen Millionenbereich vorausgesagt. Bei den Corona-Hilfen für die Wirtschaft setzt man auf bekannte Modelle: Es gibt einen Verlustersatz bei mindestens 40 % Umsatzeinbruch im Vergleich zum identen Monat 2019. 70 bis 90 % des Verlustes können ersetzt werden, maximal 12 Millionen Euro, statt wie bisher 10 Millionen Dieser gilt von Jänner bis März 2022 und kann ab Jänner 2022 beantragt werden. Die Kosten der Maßnahme sind noch offen.



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