Handel expandiert mit Nischenkonzepten

Handel expandiert mit Nischenkonzepten

Olymp
Seit der Vorwoche neu in der SCS: Olymp
Seit der Vorwoche neu in der SCS: Olymp

Während klassische Filialisten in Österreich nur mehr wenig expandieren und immer öfter auch Standorte schließen, suchen derzeit v. a. Spezialkonzepte neue Flächen. Auch im Modehandel.

Jedes Jahr befragt RegioData über 800 Filialisten und Franchisesysteme nach ihren Expansionsplänen. Dabei zeigt sich über die Jahre eine klare Tendenz. So planen auch heuer ca. 420 Handels- und handelsnahe Unternehmen neue Geschäfte und sind deshalb auf der Suche nach insgesamt ca. 1.100 Standorten. Doch liegen beide Zahlen deutlich tiefer als noch vor wenigen Jahren. Dem gegenüber steht ein Angebot von geschätzt 5.000 leerstehenden, potenziell geeigneten Flächen, berichtet RegioData. Dabei passen Angebot und Nachfrage kaum zusammen, denn gefragt sind fast ausschließlich frequentierte Bestlagen – und die sind kaum oder nur sehr teuer zu bekommen.

Weiterhin kommen neue Handels- und Dienstleistungsunternehmen nach Österreich. Doch im Gegensatz zu früher, als es große Expansionspläne mit dutzenden Neueröffnungen pro Jahr gab, begnügen sich die neuen Konzepte mit wenigen oder gar nur einem einzigen Standort, zumeist in der Wiener City oder in einem der Top-Einkaufszentren. Beispiele aus den letzten Jahren sind etwa Manufaktum, Tod‘s, Urban Outfitters, Blockhouse oder Wagamama.

Bekleidung bleibt Spitzenreiter

Weiterhin zeigt sich der Bekleidungshandel am expansionsfreudigsten, mit knapp 100 Vertriebslinien, die aktuell neue Standorte suchen. Es folgen Gastronomie (knapp 80 Vertriebslinien) und Lebensmittelhandel (gut 50). Doch während viele der großen »klassischen« Filialisten eher Standorte schließen oder verkleinern, sind die expansiven Labels oft sehr spezialisiert: »sehr exklusiv, sehr innovativ, sehr cool«, sagt RegioData-Chef Wolfgang Richter. Weiterhin expandiert wird außerdem im Diskontbereich, etwa durch Action, Tedi, NKD oder Kik. Diese Formate profitieren auch von den durch Filialschließungen frei gewordenen Standorten von Charles Vögele, Vögele Shoes, C&A, Zielpunkt, Mister*Lady, Tally Weijl u.a. Diese »Nachnutzer« zahlen zumeist weniger Miete als ihre Vorgänger.

Nischenkonzepte

Oft sind es auch (noch) nicht filialisierte Konzepte, die nachrücken, etwa Joghurt- oder Müslishops, Vintage-Kleidung, Food-Coops oder Dekostores. »Es gibt Buchhandlungen mit ausführlicher Speisekarte und Lesungen, Fahrradgeschäfte mit Kaffeehausatmosphäre, Friseure mit Whiskydegustation, Restaurants mit sofort kaufbaren Einrichtungsgegenständen, Boutiquen mit nur schwarzer und grauer Kleidung und viele kreativen Ideen mehr«, erzählt Richter. Auch in Bereichen wie Botox-to-go, E-Gaming und Virtual Reality ist künftig mit Expansion zu rechnen.

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