Handel braucht Multi-Channel-Strategie

Handel braucht Multi-Channel-Strategie

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v. l. n. r. Ernst Steininger (WKO), Christian Adelsberger (Evolaris), Andreas Plamberger (PwC) und Thomas Stern (Moderation, Braintrust)
v. l. n. r. Ernst Steininger (WKO), Christian Adelsberger (Evolaris), Andreas Plamberger (PwC) und Thomas Stern (Moderation, Braintrust)

Am 24. April kamen im Rahmen der APA-E-Business-Community Wirtschaftsexperten zusammen, um deutlich zu machen, wie es für den stationären Handel Österreichs in Zeiten von E-Commerce und Mobile Commerce wirklich aussieht.

Angesichts von stetig wachsenden Umsatzzahlen aus dem Bereich E-Commerce und Mobile Commerce darf sich manch ein stationärer Händler zumindest Gedanken machen, ob ihm das übermächtige Web nicht bald schon leere Shops beschert. Doch Panikmache ist fehl am Platz, meint Andreas Plamberger vom Beratungsunternehmen PwC Österreich: »Wir glauben nicht, dass der Laden tot ist.«

Am Donnerstag hatten Plamberger und weitere Fachexperten in einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community über Status Quo und Zukunft zum Thema »Stationärer Handel« diskutiert. Die Kunden wünschen sich weiterhin ein Einkaufserlebnis, bei dem das Anprobieren und Berühren der Artikel ganz wesentlich ist. Größeres Gefahrenpotenzial birgt da der aufkeimende Usus, als Kunde beim Einkauf nicht zwischen Hersteller und Händler zu unterscheiden. Der Zwischenschritt des Händlers wird heute von Kunden immer häufiger übersprungen. Das große Thema Social Media ist in puncto Kauf an sich nicht besonders wichtig meint Plamberger. Zur Kaufstimulation tragen die sozialen Netzwerke allerdings viel bei. Es heißt als Händler also auf das richtige Pferd zu setzen: die viel gelobte Multi-Channel-Strategie.

Bei der Multi-Channel-Strategie geht es laut den Experten darum, sämtliche verfügbare Kanäle möglichst effektiv zu nutzen und so den wichtigsten Kaufkrafttreiber, die Verfügbarkeit, im Handel zu gewährleisten. Das Unternehmen sollte online leicht auffindbar sein, Adresse und Öffnungszeiten transparent machen und seine Produkte in einem Online Store anbieten.

Die Problematik für den Handel liege in Österreich vor allem an mangelndem technischem Know-how und einer Scheu vor dem Web als Verkaufskanal. Die größte Barriere, die es zu überwinden gilt, seien jedoch die hohen Logistikkosten. »Das trifft den Internethandel massiv. Teilweise kostet der Versand eines Produkts von Österreich nach Deutschland dreimal so viel wie umgekehrt«, sagt Ernst Steininger, Berufszweigobmann für Versand- und Internethandel der Wirtschaftskammer Wien. Der Handel mit besonders günstigen Artikeln sei somit kaum rentabel.

Christiane Höberth

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