Menswear: Ahlers rechnet heuer mit Umsatzminu...
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Ahlers rechnet heuer mit Umsatzminus

Pierre Cardin

Im ersten Halbjahr (Dez. 2020 bis Mai 2021) ist der Umsatz von Ahlers um 16 % gesunken, auch für das Gesamtjahr wird ein Minus gegenüber 2020 erwartet. Dank Staatshilfen sollte der Verlust aber nur halb so hoch ausfallen.

Die deutsche Modegruppe Ahlers (Pierre Cardin, Baldessarini, Pioneer) musste im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres (Dezember 2020 bis Mai 2021) ein Umsatzminus von 16,1 % auf 59,3 Mio. € verkraften. Da konnte auch das enorme Plus von 89 % im zweiten Quartal nichts ändern – schließlich war der Vorjahreszeitraum März bis Mai zum überwiegenden Großteil vom ersten Corona-Lockdown geprägt. »Die Umsatzentwicklung lag damit am unteren Rand der Erwartungen«, teilt der börsennotierte Modekonzern mit. Deutlich positiv (+ 56 %) entwickelte sich im ersten Halbjahr das eigene Online-Geschäft (inkl. Marktplätzen). Der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz verdoppelte sich damit auf 14,4 %.

Staatliche Überbrückungshilfen und der Verkauf einer Immobilie führten aber zu positiven Sondereffekten in Höhe von 9,1 Mio. €. Dadurch konnte sich das Konzernergebnis deutlich auf - 4,1 Mio. € verbessern (VJ: - 9,4 Mio. €). Die Finanzlage lässt sich mit einer Eigenkapitalquote von 47,2 % (VJ: 48,8 %) weiterhin als solide beschreiben. Ahlers betont auch die mittelfristig gesicherte Finanzierung.

Prognose: Weniger Umsatz, geringerer Verlust

In der Folge muss Ahlers auch die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr anpassen. Vorstandsvorsitzende Dr. Stella A. Ahlers dazu: »Der Verlauf des Corona-Infektionsgeschehens hat europaweit zu umfangreicheren und länger anhaltenden Eindämmungsmaßnahmen geführt als ursprünglich angenommen. Die Aufholung der Lockdown-bedingten Umsatzeinbußen der ersten sechs Monate 2020/21 dürfte im zweiten Geschäftshalbjahr nicht im bisher prognostizierten, weitgehenden Maße gelingen.« Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2020/21 werde daher »bestenfalls« im mittleren einstelligen Prozentbereich unterhalb des Vorjahreswerts von 151,6 Mio. € liegen.

Aufgrund der Sondererträge aus den staatlich gewährten Überbrückungshilfen dürfte sich das Ergebnis vor und nach Ertragsteuern hingegen deutlich stärker verbessern als bisher erwartet. Zwar dürfte das Konzernergebnis im zweiten Corona-Jahr erneut negativ ausfallen, sich aber gegenüber dem Vorjahreswert (- 18,4 Mio. €) etwa halbieren. Die Finanzlage des Unternehmens sollte damit weniger belastet werden als noch zum Beginn des Geschäftsjahres angenommen. Das umfassende Restrukturierungsprojekt »New Tomorrow« sollte ab dem Folgegeschäftsjahr vollumfänglich greifen und zu größeren Ergebniseffekten führen.

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