Gerry Weber mit Mega-Abschreibungen

Gerry Weber mit Mega-Abschreibungen

Gerry Weber Collection

Gerry Weber hat die Bilanz über das Rumpfgeschäftsjahr 2018/19 veröffentlicht, das die fünf Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens umfasst. Der Verlust war höher als der Umsatz.

Für den Zeitraum 1. November 2018 bis 31. März 2019 wird ein Konzernumsatz in Höhe von 215,6 Mio. € ausgewiesen. Vergleiche mit dem Vorjahr sind aufgrund der besonderen Situation kaum möglich. Auch sind in den Zahlen die Umsätze der verkauften Tochter Hallhuber nicht mehr enthalten.

Alleine an Abschreibungen stehen für die fünf Monate 137,7 Mio. € zu Buche, davon sind 123,4 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen. Der Jahresfehlbetrag belief sich auf 244,5 Mio. €. »Der Jahresabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr 2018/19 ist von umfassenden strukturellen sowie bilanziellen Anpassungsmaßnahmen und Wertberichtigungen geprägt«, teilt Gerry Weber mit. »Es wurden umfangreiche Rückstellungen gebildet, um die erforderlichen Anpassungen der Verkaufsflächen sowie die Verschlankung wesentlicher Prozesse im Konzern durchführen zu können. Mit Abschreibungen und Wertberichtigungen wurde ein tragfähiges Fundament für einen Neustart des Konzerns gelegt.«

Österreich zweitwichtigster Markt

Österreich war im Berichtszeitraum der zweitwichtigste Markt für den DOB-Hersteller. 5,6 % des Konzernumsatzes wurden hierzulande erzielt. Das entspricht etwa 12,1 Mio. €.

Im Zuge der seit Herbst 2018 laufenden Sanierung hat Gerry Weber bis Ende November 2019 189 seiner zuvor 798 selbst betriebenen Verkaufsflächen weltweit geschlossen. In Österreich wurden per 31. März 2019 nur noch 29 eigene Retail-Stores betrieben. Fünf Monate zuvor waren es noch 34. Im Wholesale sank die Anzahl der Verkaufsflächen weltweit von 2.629 am 31. Oktober 2018 bis Ende November 2019 auf 2.313.

Umsatzziel 370 bis 390 Mio. Euro

Ein weiterer Konzernabschluss für den Zeitraum des Insolvenzverfahrens (1. April bis 31. Dezember 2019) soll im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 erscheinen. Der neue Interims-CEO Alexander Gedat sagte gegenüber der TextilWirtschaft, dass »die abgelaufene Herbst-/Winter-Saison nicht gut gelaufen ist. Vor allem Gerry Weber Casual hat gelitten. Bei Collection hingegen haben wir Zuwächse verzeichnet.« Als interimistischer Chef will er so lange an Bord bleiben, bis ein neuer CEO gefunden ist. »Auf dieses Kalenderjahr habe ich mich aber eingestellt«, so Gedat.  

Für den Zeitraum des Kalenderjahres 2020 erwartet Gerry Weber Umsatzerlöse in einer Bandbreite von 370 bis 390 Mio. €.

 

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