Gerry Weber leidet
Gerry Weber
Gerry Weber Store
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Deutlich unter den eigenen Zielen bleiben die Halbjahreszahlen des lange Zeit erfolgsverwöhnten Damenmodenherstellers Gerry Weber.

Die Aktionäre reagierten schockiert, der Aktienkurs von Gerry Weber brach zeitweilig um 30 % ein. Trotz der Übernahme des Münchner Filialisten Hallhuber wuchs der Konzernumsatz im ersten Halbjahr (Nov. 2014 bis April 2015) nur um 4,8 % auf 432,7 Mio. Euro, während das operative Ergebnis (Ebit) um gut ein Viertel auf 36,2 Mio. Euro sank. Der Periodenüberschuss ging um ein Drittel auf 21,9 Mio. Euro zurück. Auf vergleichbarer Fläche ist der Umsatz von Gerry Weber im eigenen Retail um 4,6 % geschrumpft (Hallhuber: + 1,0 %).

Rückgang des EBIT erwartet

Als Begründung führt Vorstandschef Ralf Weber »schwierige Marktbedingungen, niedrige Kundenfrequenzen und hohe Rabatte im Gesamtmarkt« ins Treffen. Der Wholesale-Umsatz ist sogar um 12 % auf 197,7 Mio. Euro zurückgegangen. Er trägt damit erstmals weniger als 50 % zum Konzernumsatz bei. Daraufhin musste der  neue Vorstandschef Ralf Weber auch gleich die Aussichten für das Gesamtjahr deutlich nach unten revidieren: Statt eines leichten Ergebnisanstiegs wird nun ein Rückgang des EBIT um 20 bis 25 % (nach 108,9 Mio. Euro im Vorjahr) in Aussicht gestellt. Der Umsatz soll – statt wie bisher prognostiziert bei mindestens 970 Mio. Euro – nur noch bei maximal 940 Mio. Euro zu liegen kommen. Bereits im Vorjahr hatte Gerry Weber seine Wachstumsziele nicht erreicht, Umsatz und Gewinn stagnierten weitestgehend. 
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