Frankfurt Fashion Week: Von der Leyen: »Fast ...
Frankfurt Fashion Week

Von der Leyen: »Fast Fashion ist Gift!«

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich bei der erstmals durchgeführten Frankfurt Fashion Week für einen Wandel in der Modeindustrie ausgesprochen. Die Berlin Fashion Week soll indes im September live über die Bühne gehen.

So hatten sich die Macher die Premiere nicht vorgestellt: Erstmals fand in der Vorwoche die Frankfurt Fashion Week statt. Doch wegen Corona mussten die Messen abgesagt werden – dafür gab es eine Menge an virtuellen Konferenzen, Showcases und Events. »Wir haben die Krise als Chance genutzt«, meint Geschäftsführerin Anita Tillmann. Als besonderer Coup war es gelungen, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Rednerin zu gewinnen.
»Es geht um einen neuen Lifestyle. Einen Lifestyle der zugleich nachhaltig und schön ist«, sagte von der Leyen bei der Eröffnung der digitalen Konferenz »The New European Bauhaus – Werkstatt der Zukunft«. Diese Konferenz sei durch von der Leyens »State of the Union«-Rede im September 2020 inspiriert worden, hatten die Organisatoren im Voraus erklärt. Um die Klimaziele der EU umzusetzen, seien alle Branchen gefragt, auch die Fashion-Industrie, betonte die ranghohe EU-Repräsentantin. Sie wolle dazu ermutigen, weiter daran zu arbeiten, »wie wir Nachhaltigkeit mit Style zusammenbringen können«. Nachhaltige Produkte müssten für alle bezahlbar sein. »Wir müssen die Menschen überzeugen, dass die Lösung manchmal einfach ist: weniger zu kaufen, aber besser.« Und: »Fast Fashion ist Gift für unseren Planeten.« Sie müsse durch Slow Fashion ersetzt werden, also durch gute designte Produkte, die weniger Abfall verursachen und länger halten.
Die Kommissionspräsidentin wies darauf hin, dass es bereits vorbildliche Designerinnen und Designer gebe. Sie produzierten Kleidung mit minimaler Auswirkung auf die Umwelt. Das weise den Weg für eine gesamte Industrie.

»Zukunft der Messe ist hybrid«

In ihrer Schlussbilanz der ersten digitalen FFW-Ausgabe berichten die Veranstalter von 25.000 Besucherinnen und Besuchern aus 60 Ländern an fünf Tagen – »ein voller Erfolg«, heißt es. Die digitalen Inhalte bleiben weiterhin on demand verfügbar. Laut den Organisatoren soll das digitale Format auch bei künftigen Ausgaben ergänzend bestehen bleiben: »Die Zukunft der Messe ist hybrid.« Vor einem Jahr war überraschend bekannt geworden, dass der traditionelle Messestandort Berlin seine größten Modemessen an Frankfurt verliert. Die Messen Premium, Seek, Neonyt und The Ground sollen jetzt voraussichtlich erstmals im Jänner 2022 in Frankfurt stattfinden.

Berliner Mercedes-Benz Fashion Week heuer im September

Die Sommerausgabe der Mercedes-Benz Fashion Week (MBFW) in Berlin wird in diesem Jahr deutlich später stattfinden als gewohnt – und zwar in der Woche vom 6. bis 12. September. Bisher hatte das Modeereignis in der deutschen Hauptstadt immer im Juli parallel zur Pariser Haute-Couture-Woche stattgefunden. Nun füge es sich effektiver in den internationalen Schaukalender ein, heißt es von der zuständigen Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Bei der Mercedes-Benz Fashion Week seien Live-Fashion-Shows im Kraftwerk Berlin geplant, an denen das Publikum auch digital teilnehmen kann, so die Senatsverwaltung. Für die Neuausrichtung der Berlin Fashion Week stelle das Land allein für dieses Jahr 3,5 Mio. Euro zur Verfügung, hieß es.

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