Fortführung gesichert: Hiltl hat einen neuen ...
Fortführung gesichert

Hiltl hat einen neuen Investor

Michael Boecker
CEO Gerhard Kränzle
CEO Gerhard Kränzle

Mit Dezember steigt die Lorea AG aus der Schweiz in das deutsche Traditionsunternehmen ein. Die Beteiligungsgesellschaft will in Marke, Produkt und Kernleistung investieren.

Mit der Lorea AG hat die Fritz Hiltl Hosenfabrik GmbH & Co. KG aus Sulzbach-Rosenberg jetzt einen neuen Investor gefunden. Einer der Eigentümer ist Christoph Swarovski, der Ururenkel des Firmengründers Daniel Swarovski und Vorsitzender des Aufsichtsrates bei Tyrol Equity, eine führende österreichische Beteiligungsgesellschaft mit industriellem Hintergrund. Guenter Hoefert ist ebenfalls Eigentümer, beide haben es sich zum Ziel gesetzt, stark positionierte Unternehmen zu entwickeln und nachhaltige Wertsteigerung zu schaffen. »Wir haben mit Hiltl eine interessante Premium-Brand gefunden, mit der wir uns von Anfang an emotional identifiziert haben. Durch die von Banken unabhängige Finanzierungsstruktur kann sich das Unternehmen voll auf die Weiterentwicklung der Kernaufgaben fokussieren«, so Guenter Hoefert, Mitgesellschafter und Mitglied des Verwaltungsrates der Lorea AG. Wegen einer kurzfristigen Finanzierungsabsage durch den bisherigen Eigentümer musste der Hosenspezialist im Juni Insolvenz anmelden. Hiltl Geschäftsführer Gerhard Kränzle gibt sich sichtlich erleichtert, dass die Fortführung der Marke gesichert ist: «Wir sind sehr glücklich, dass wir mit der Lorea AG nun einen Investor gefunden haben, mit dem wir Hiltl wieder auf Erfolgskurs bringen werden und der uns auch durch diese schwere Corona-Zeit hindurch begleiten wird.««

Stellenabbau, Auslagerung der Logistik und neues Headquarter

Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung der Hosenmarke wird es in den kommenden Wochen zu weiteren Veränderungen kommen. So werden die beiden Unternehmensstandorte in Sulzbach-Rosenberg zusammengelegt und zu einem neuen und modernen Headquarter mit Customer Service, Showroom und Verkaufsmöglichkeit umgebaut. Die Fertigungslogistik wird ausgelagert, was gleichzeitig mit einem deutlichen Stellenabbau verbunden ist. »Wir wollen dies mit Hilfe einer Transfergesellschaft sozialverträglich regeln und konnten uns hier mit dem Betriebsrat nach mehreren Gesprächen einigen«, so Gerhard Kränzle. Betroffen davon sind voraussichtlich 32 Mitarbeiter. Um künftig schneller agieren zu können, soll ein neu gestaltetes »Sulzbacher-Atelier« es ermöglichen, das Schneiderhandwerk mit Design und Innovation sowie Produkt- und Modellentwicklung zu vereinen. Neue Ideen und Innovation könnten somit direkt vor Ort kreiert und umgesetzt werden. 

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