Esprit flüchtet sich unter Schutzschirm

Esprit flüchtet sich unter Schutzschirm

Esprit

Um Liquiditätsproblemen zu begegnen hat Esprit für alle Tochtergesellschaften im wichtigsten Markt Deutschland ein Schutzschirmverfahren beantragt.

Mit Beginn dieser Woche sind sechs deutsche Tochtergesellschaften des Modekonzerns Esprit mit Hauptsitz in Hongkong in ein Schutzschirmverfahren eingetreten. Das Verfahren schützt nach deutschem Recht Unternehmen, die vor Liquiditätsproblemen stehen, vor Forderungen der Gläubiger. Im Gegensatz zur Insolvenz in Eigenverwaltung kann das Schutzschirmverfahren bereits bei einer Überschuldung oder drohenden Zahlungsunfähigkeit beantragt werden. „Das Management entschied sich für diesen proaktiven und vorausschauenden Schritt, um den laufenden Geschäftsbetrieb sicherzustellen“, heißt es in einer Mitteilung.

Wie eine Sprecherin mitteilt, seien ausschließlich deutsche Tochtergesellschaften betroffen. Esprit Österreich arbeitet unabhängig und wie gewohnt weiter. Auch der internationale Geschäftsbetrieb laufe ungestört weiter – so das inmitten der Corona-Krise möglich ist. Deutschland ist mit einem Umsatzanteil von gut einem Drittel der wichtigste Markt für Esprit – zugleich aber jener mit den meisten Problemen.

Das Management-Team muss nun einen Restrukturierungsplan ausarbeiten, der von der Gläubigerversammlung genehmigt werden muss. Geplant ist nun, Verbindlichkeiten und langfristige Mietverträge neu zu strukturieren. „Dies ist der richtige Schritt für Esprit, da die Coronavirus-Pandemie dramatische Auswirkungen auf unser Geschäft hat“, sagt CEO Anders Kristiansen.

Der Mainstream-Anbieter steckt seit Jahren in den roten Zahlen, zuletzt war jedoch wieder ein Aufwärtstrend erkennbar. (https://www.textilzeitung.at/news/detail/esprit-daemmt-verluste-ein.html) Mitte März mussten die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr jedoch aufgrund der Auswirkungen der Corna-Pandemie deutlich nach unten geschraubt werden. Die Aktie ist bereits seit einer Woche vom Handel ausgesetzt.

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