Ein Modehändler kämpft für Liquidität und Arb...

Ein Modehändler kämpft für Liquidität und Arbeitsplätze

Moden Egger
Markus Egger, Geschäftsführer und Inhaber von Moden Egger
Markus Egger, Geschäftsführer und Inhaber von Moden Egger

In der Corona-Krise erreicht ein Youtube-Video den Finanzminister: Modehändler Markus Egger startete eine beeindruckende Initiative, die zu einem formellen Forderungskatalog für den Modehandel führte.

Zunächst sollte es nur ein Video sein, das die Öffentlichkeit darüber aufklären sollte, wie fatal die Modebranche von der Corona-Krise getroffen wird: Die F/S-Ware ist ausgeliefert und meist schon bezahlt. Die korrespondierenden Verkaufserlöse fallen schließungsbedingt aus. Mit jedem Tag verlieren die Kollektionen an Wert, können nur noch mit hohen Abschlägen verkauft werden. Zudem sind die Monate von März bis Mai Hochsaison, hier werden die meisten Umsätze des Jahres eingefahren. Ab Juni wird die Herbstware angeliefert, was erneut an der Liquidität nagt. Ganz zu schweigen von der Vororder für die Saison F/S 2021, die im Juli beginnen sollte.

Finanzminister Blümel offen für kritische Lage im  Modehandel

Markus Egger entschied sich, ein Video auf Youtube zu stellen, das über diese dramatische Situation informiert. Nachdem sein Video innerhalb von zwei Tagen 5.000 Mal angesehen wurde (Stand heute: 6.700 Aufrufe), erreichte es schließlich auch Finanzminister Blümel, der in der Folge mit Egger Kontakt aufnahm. »Wir sind erfreut, dass sich die Politik ernsthaft Gedanken macht und auf den Handel zugeht. Gerade jetzt, wo alle auf Hochtouren arbeiten. Der Minister ist persönlich bemüht und hört sich unsere Schilderungen an!«

Egger fordert von der Politik Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. »Es ist wichtig, dass hier Gelder zur Verfügung gestellt werden, die nicht rückzahlbar sind. Liquidität über Kredite bzw. Kreditgarantien müssen so gestaltet werden, dass für die Rückzahlung nicht der gesamte Cash-Flow verwendet werden muss,« so Egger, dessen Unternehmen mit Sitz im oberösterreichischen Unterweißenbach heute drei Geschäfte betreibt.

Forderungen aus der Branche

In der weiteren Folge entwickelte der Modehändler mit weiteren bedeutenden Branchenvertretern einen Forderungskatalog, der mit der Wirtschaftskammer abgestimmt und final von ihr inhaltlich bestätigt wurde. Selbiger Katalog liegt jetzt dem Finanzministerium vor.

»Wir wollen uns mit diesen Maßnahmen nicht sanieren, sondern eine realistische Lösung anbieten«, erklärt Egger. Die erarbeiteten Forderungen würden dem Handel Liquidität bringen. Neben dem Zuschuss bliebe auch noch die Ware, mit der nach Ladenöffnung wieder Umsätze generiert werden könnten. »Damit müsste man dann auskommen,« so Egger. Der Ruf nach geregelten Schlussverkaufszeiten wird auch in Deutschland laut. Denn wilde Rabattschlachten würden die Situation zusätzlich verschärfen. Klar ist, dass auch das Finanzamt hier ein Interesse haben sollte, den Handel zu unterstützen. Einfaches Rechenbeispiel: Erwirtschaftet der Handel mit der vielen Ware noch einen Umsatz von 900 Mio. €, erhält das Finanzamt davon 20 %. Sind es nur 150 Mio. €, fließt eindeutig weniger in die Staatskassen!

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