Distanzhandel: Trend zum Mobile Commerce

Distanzhandel: Trend zum Mobile Commerce

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Paketzentrum in Hamburg, Deutschland
Paketzentrum in Hamburg, Deutschland

Eine aktuelle Studie der KMU Forschung Austria zum heimischen Distanzhandel zeigt den Trend zum Mobile Commerce: 21 % der Österreicher bestellen via Smartphone.

Distanzhandel in Österreich

Die Österreicher haben zwischen Mai 2016 bis April 2017 Waren im Wert von 7,6 Mrd. EUR auf Distanz bestellt – sprich via Telefon, Fax, postalisch oder in Onlineshops - ein Plus von 4 %. Dies entspricht 11 % der einzelhandelsrelevanten Konsumausgaben. Damit sind die Ausgaben im Distanzhandel im Vergleich zu den Umsätzen im Einzelhandel viermal mehr gestiegen. Dies liegt nicht an einer steigenden Anzahl an Käufern, sondern an den wachsenden Ausgaben pro Person: Durchschnittlich geben die Österreicher im Distanzhandel 1.550 Euro - ein Rekordwert, wobei Männer mit 1.730 Euro im Jahr etwas mehr ausgeben als Frauen (1.370 Euro).

Online auf dem Vormarsch, Mobile boomt


67 % (4,9 Mio. Österreicher) der befragten Personen haben im Untersuchungszeitraum zumindest einmal Einzelhandelswaren im Distanzhandel gekauft, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem konstanten Hoch entspricht. Der Bestellkanal Online schafft es dabei auf einen Rekordwert von 56 %, Bestellkanäle wie Telefon und Post verlieren hingegen an Bedeutung. Selbst in der Gruppe 60+ ist die Online-Bestellung angekommen, denn das Internet lässt auch hier Telefon und Postzustellung hinter sich.

Noch deutlicher zeigt sich der Online Boom beim Mobile Commerce: Von den 68 % der Österreicher, die ein Smartphone besitzen, kaufen mittlerweile 21 % über ihr Handy ein. Von im Vorjahr 1,3 Mio. Smartphone-Shoppern gab es einen Anstieg um 17 % auf 1,5 Millionen.

»Die steigenden Käuferzahlen sind hauptsächlich auf junge Konsumentengruppen zurückzuführen. Den größten Sprung beim Smartphone-Shopping hat im aktuellen Analysezeitraum die Alterskohorte 30-39 Jahre gemacht – von 24 % in der Vorjahresperiode auf nunmehr 33 %. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die nächstältere Konsumentenkohorte nachzieht«, so Studienleiter Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria.

Click & Collect

Dass auch das Omnichannel-Konzept von den Kunden angenommen wird, zeigen die Ergebnisse zum Service Click & Collect: Bereits 9 % der Österreicher kaufen Produkte online und holen diese dann am POS ab (6 % waren es im Vorjahr). Der Entfall der Versandkosten und die flexiblen Abholmöglichkeiten sind hier wesentliche Vorteile für die Distanzhandelskäufer.

Inland versus Ausland

Die Zahlen der Distanzhandelseinkäufer, die bei Händlern im Inland (54 %) bzw. bei Händlern im Ausland (53 %) kaufen, ist annähernd gleich. 14 % geben an ausschließlich bei heimischen Händlern im Distanzhandel zu bestellen, 13 % kaufen nur bei ausländischen Distanzhandelsunternehmen. Allerdings können vier von zehn Konsumenten nicht genau beurteilen, ob sie bei einem Händler im Aus- oder Inland ordern, denn auch Auslandshandelsunternehmen verfügen oft über einen Shop mit »at«-Endung. Für 57 % der befragten Personen macht der Standort auch kein entscheidendes Kriterium beim Bestellen aus, vielmehr ist es der Preis. Für jeden zweiten Distanzhandelskäufer ist es jedoch generell wichtig, bevorzugt im heimischen Versand- und Internethandel einzukaufen.
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