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»Die Krise birgt auch eine Chance für heimische Labels«

Juergen Christian Hoerl

Juergen Christian Hoerl, Modedesigner von JCH Juergen Christian Hoerl, spricht über Chancen in der Krise.

In welcher Lage befinden sich österreichische Labels mit eigenem Atelier aktuell?

Heimische Labels und Produzenten sind in einer gefährlichen Situation, da nicht abzusehen ist, wann und wie die Wirtschaft wiederbelebt wird und wir wieder aufsperren dürfen. Ich habe die Krise 2008 erlebt. Die derzeitige Lage durch Corona ist um ein Vielfaches schlimmer. Es ist anders und es ist in keiner Weise kalkulier- beziehungsweise absehbar, was passiert und wie es weitergeht. Bei Stoff- und Material-Lieferungen gibt es Verzögerungen, die Lieferkosten steigen bereits in gleichem Maße wie die Unsicherheit unserer Kunden. Das wiederum beeinflusst natürlich unsere Arbeit und die anstehenden Projekte.

ABER ich sehr auch eine Chance dafür, dass österreichische Labels eine Renaissance erleben, Mode aus Österreich wieder mehr gefragt ist und das österreichische Handwerk wieder geschätzt und lieben gelernt wird. Wir werden alle aus dieser Situation lernen müssen. Und ich hoffe, dass Mode aus Österreich durch die Krise Auftrieb erhält, im Sinne der Nachhaltigkeit und lokaler Produktion.  

Welche Maßnahmen fordern Sie seitens der Politik?

Wir fordern als Unternehmen zur Standortsicherung speziell während der behördlichen Schließung einen Mietzuschuss für das nicht nutzbare Geschäftslokal. Das ist ein großes Problem für uns alle, auch in der Zeit danach, bis sich der Handel wieder normalisiert hat.

Was bedeutet die aktuelle Situation für Ihre Arbeit im Atelier?

Wir sind auf Abendkleider, Maßanfertigungen und Einzelstücke spezialisiert und arbeiten für Unternehmen im Bereich Uniformen und Mitarbeiterkleidung. Das sind unsere Zweige, die wir auf jeden Fall weiterhin beibehalten und gezielt schärfen und stärken werden. Leider stehen aktuell beide Bereiche still.

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