Die Deutschen stürmen Multichannel-Händler

Die Deutschen stürmen Multichannel-Händler

Pexel
Online-Einkauf
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Der Bereich E-Commerce wuchs im vergangenen Jahr um 12 % auf 58,5 Mrd. Euro. Die höchsten Umsätze machen zwar Amazon und E-Bay - die stärksten Wachstumsraten erzielten aber Multichannel-Händler.

Wie die jährlich durchgeführte Studie Interaktiver Handel in Deutschland des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) belegt, kauften die deutschen Verbraucher im vergangenen Jahr Waren im Wert von 58,5 Mrd. Euro übers Web ein. Damit wird bereits jeder achte, im deutschen Einzelhandel verdiente Euro im Bereich E-Commerce umgesetzt. Gegenüber dem Jahr 2016 wuchsen die E-Commerce-Umsätze zweistellig - und zwar um 12 %.

Erfolg für Multichannel

Besonders erfolgreich waren im letzten Jahr die Multichannel-Händler. 2017 legten Unternehmen, die über mehrere Vertriebskanäle verfügen, im Online- und Versandhandel um 21 % auf 20,1 Mrd. Euro zu und setzten so fast 3,5 Mrd. Euro mehr um als im Jahr 2016. Daran hatten Anbieter mit Herkunft aus dem stationären Einzelhandel den größten Anteil. Sie haben 2017 ein Plus von 26,2 % erreicht. Die Online-Marktplätze wie Amazon konnten ihr Volumen um 4,4 % auf 27,9 Mrd. Euro steigern. Damit lukrieren sie immer noch den Löwenanteil der E-Commerce-Umsätze. Die Online Pureplayer legten um 12,6 %, also fast 1 Mrd. Euro, auf 8,56 Mrd. Euro zu.

Die Entwicklung zeige, dass sich der Fachhandel auch ohne den Ruf nach staatlicher Regulierung im Internet behaupten könne, betont Gero Furchheim, Präsident des bevh und Sprecher des Vorstands der Cairo AG. Interessant ist auch, dass im letzten Jahr fast 60 % des E-Commerce-Umsatzes aus Bestellungen in Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern resultieren. Dort ist der Umsatz im Jahr 2017 überproportional um 17,1 % gewachsen. Der Online-Handel übernimmt offenbar immer mehr die Rolle des Nahversorgers am Land.

Lebensmittel-Umsätze knacken Milliardenmarke

Mehr als die Hälfte der Online-Umsätze generieren Bekleidung, Elektronik, Computer und Schuhe. Auf dem Vormarsch sind aber Haushaltswaren, Möbel und Inneneinrichtung, sowie auch Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Drogerieartikel und Tierbedarf. Der Umsatz mit Lebensmitteln im Internet hat laut bevh im Jahr 2017 erstmals die Milliardengrenze überschritten.
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