Dämpfer für Lenzing

Dämpfer für Lenzing

Lenzing
Lenzing AG
Foto: Franz Neumayr 8.5.2018
Lenzing AG Foto: Franz Neumayr 8.5.2018

Die Preise für Viscose befinden sich derzeit auf einem historischen Tiefststand. Dazu belasten außerplanmäßige Abschreibungen das Jahresergebnis des oberösterreichischen Faserherstellers.

Der Faserkonzern Lenzing meldet für das Geschäftsjahr 2019 leicht rückläufige Umsätze sowie einen deutlichen Gewinnrückgang. Laut vorläufigen, ungeprüften Zahlen sank der Umsatz von 2,18 Mrd. (2018) auf nunmehr 2,11 Mrd. €. Das operative Ergebnis EBITDA ging um 14,4 % auf 327 Mio. € zurück, der Jahresüberschuss brach sogar um 23 % auf 114 Mio. € ein.

Niedrige Faserpreise

Der Vorstand macht für die Rückgänge in erster Linie zwei Faktoren verantwortlich: Einerseits seien die Preise für Standardviscose während des gesamten Jahres 2019 weiter gesunken und würden derzeit auf einem historischen Tiefststand notieren. Trotz der klaren Fokussierung auf den Ausbau von Spezialfasern ist Standardviscose immer noch das wichtigste Produkt für Lenzing.

Ausbau in Thailand zulasten der USA

Andererseits führte die Entscheidung, sich in den kommenden Jahren auf die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Asien zu fokussieren, zu hohen Abschreibungen andernorts. Konkret wurde im November in Thailand mit dem Bau des größten Lyocell-Werks der Welt begonnen. Im Gegenzug fiel jedoch der Beschluss, den zuvor geplanten Ausbau des Lenzing-Werks in den USA (Mobile, Alabama) abzublasen. Die entsprechenden Vorlaufkosten wurden nun im Geschäftsjahr 2019 vollständig abgeschrieben.

Der Kurs der Aktie fiel nach Bekanntgabe der Zahlen um knapp 8 % auf 71,70 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2016. Die vollständigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2019 werden am 12. März veröffentlicht.

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