Covid-Krise: Eterna braucht Schuldenschnitt
Covid-Krise

Eterna braucht Schuldenschnitt

Eterna
Henning Gerbaulet, geschäftsführender Gesellschafter bei Eterna
Henning Gerbaulet, geschäftsführender Gesellschafter bei Eterna

Im ersten Halbjahr ist der Umsatz des Hemden- und Blusenspezialisten um 30 % eingebrochen. Da deshalb eine 2017 begebene Anleihe nicht mehr bedient werden kann, hat Eterna ein Sanierungsverfahren beantragt.

»Covid-19 hat uns im vergangenen Jahr aus einer gesunden und vielversprechenden Unternehmenssituation mit profitablem Wachstum in diese schwierige Phase versetzt«, erklärt Henning Gerbaulet, geschäftsführender Gesellschafter der Eterna Mode Holding GmbH. Im Geschäftsjahr 2020 schrumpfte der Umsatz um ein Viertel auf 78,7 Mio. Euro, im ersten Halbjahr 2021 brach er weiter um 30,3 % auf 28,5 Mio. Euro ein. Das Ergebnis EBITDA fiel mit - 2,0 Mio. Euro tiefrot aus (1. HJ 2020: + 4 Mio. Euro). Um das operative Geschäft zu schützen, müsse man sich deshalb von einem großen Teil der Schulden trennen, so Gerbaulet.

Anleihegläubiger müssen 90 % abschreiben

Konkret geht es um eine 2017 begebene und bis 2024 laufende Anleihe in Höhe von 25 Mio. Euro, die nicht mehr bedient werden kann. Eterna bittet die Gläubiger, auf 90 % ihres Geldes zu verzichten. Für die restlichen 10 % wollen die Gesellschafter der Eterna Holding aufkommen. Hauptgesellschafter mit 86 % der Firmenanteile ist ein Fonds des Mittelstandsinvestors Quadriga. Im gleichen Zug verzichtet der Fonds vollständig auf seine Forderungen an Eterna aus dem Gesellschafterdarlehen in Höhe von 32,3 Mio. €.

Weiterhin geringere Nachfrage

Als Vehikel dafür dient das neue Unternehmensstabilisierungs- und –restrukturierungsgesetz (StaRUG), das in Deutschland seit Jahresbeginn gilt und ein neuartiges Sanierungsverfahren vorsieht. Ein laut diesem Gesetz notwendig gewordenes Sanierungsgutachten hatte den Schuldenschnitt als notwendig erachtet, da sich Eterna als Hemdenspezialist in Zeiten von Home-Office auf eine auch weiterhin geringere Nachfrage werde einstellen müssen.

Wie Gerbaulet betont, sei das operative Geschäft, das von der Eterna Mode GmbH abgewickelt wird, nicht von dem Verfahren betroffen. Deren Liquiditätslage sei stabil. Diese operative Gesellschaft ist jedoch eine 100-%-Tochter der Eterna Mode Holding GmbH.

Nun müssen 75 % der Anleihegläubiger den Sanierungsplan mit Schuldenschnitt annehmen. Gerbaulet geht davon aus, dass die notwendige Zustimmung erzielt werde. Damit habe man danach den Rücken frei, sich an »wesentliche Trends wie Homeoffice, Nachhaltigkeit und Entformalisierung« anzupassen.

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