Corona-Unternehmenshilfen: Verlustersatz bis ...
Corona-Unternehmenshilfen

Verlustersatz bis zu 3 Mio. Euro beschlossen

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Zum schon bekannten Fixkostenzuschuss mit einer Deckelung bei 800.000 Euro kommt ein Verlustersatz bis zu 3 Mio. Euro hinzu. Betriebe können zwischen den zwei Varianten wählen.

Beim Verlustersatz können Verluste, die zwischen 16. September 2020 und 30. Juni 2021 anfallen, entweder vorausprognostiziert oder im Nachhinein ersetzt werden. Große und mittlere Unternehmen erhalten bis zu 70 % ihres Verlustes erstattet. Kleine Unternehmen (bis 49 Mitarbeiter) können bis zu 90 % ihres Verlustes aus dem Vergleichszeitraum lukrieren – bis zu einer Maximalhöhe von 3 Mio. Euro. Voraussetzung sind Umsatzausfälle von mindestens 30 % im beantragten Zeitraum.
Die Antragstellung muss über einen Steuerberater erfolgen. Die Schätzung des Verlustes basiert auf einer Prognoserechnung. Die Endabrechnung erfolgt, sobald ausreichende Daten vorliegen.
Die Beantragung ist bereits seit Mittwoch über FinanzOnline möglich.

Wahlmöglichkeit: Fixkostenzuschuss oder Verlustersatz

Der Verlustersatz wurde zuvor vom Finanzministerium missverständlich als eine Variante des »Fixkostenzuschuss II« bezeichnet. Nun hat man sich auf eine andere, klarere Bezeichnung festgelegt. Die zuvor präsentierten Fixkostenzuschüsse 1 und 2 mit einer Deckelung in Höhe von 800.000 Euro für die Zeiträume Mitte März bis Mitte September (Fixkostenzuschuss 1) und von Mitte September bis Juni 2021 (Fixkostenzuschuss 2) bleiben weiter bestehen. Betriebe müssen sich allerdings entscheiden, ob Sie den Fixkostenzuschuss oder den Verlustersatz in Anspruch nehmen. Wurde der Fixkostenzuschuss bereits beantragt, ist ein Umstieg auf das neue Modell möglich. Der Lockdown-Umsatzersatz ist davon komplett unabhängig zu betrachten.
Alle Details finden Sie hier.

Beurteilung

Vom Verlustersatz profitieren insbesondere jene Unternehmen, denen durch die 800.000-Euro-Deckelung beim Lockdown-Umsatzersatz ein gravierender Verlust entstanden wäre. Mittlerweile haben übrigens laut Handelsverband rund 50 Prozent der heimischen Handelsbetriebe den beantragten Lockdown-Umsatzersatz erhalten.
Für Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will ist der Verlustersatz »eine gute Nachricht«. Es handle sich um »eine entscheidende Liquiditätsspritze für viele heimische Betriebe«, die »tausende Arbeitsplätze absichern« werde, so Will. Restlos glücklich zeigt sich der Verband freilich nicht. Mittelständler würden sich noch eine Ausweitung von 3 Mio. auf 5 Mio. Euro wünschen, heißt es. Man hoffe, dass die EU eine entsprechende Anhebung zulasse.
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