Corona-Krise hemmt auch den Onlinehandel
Ralph Lueger / Caro / picturedesk.com
Download von www.picturedesk.com am 24.03.2020 (12:50). 29.01.20, Rheinberg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Amazon Logistikzentrum in Rheinberg. Der Logistikstandort besteht seit 2011. Ueber 1.800 Mitarbeiter sind an diesem Standort beschaeftigt. 0RL200129D035CARO.JPG [MODEL RELEASE: NO, PROPERTY RELEASE: NO (c) caro images / Ralph Lueger - 20200129_PD19536
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Geschlossene Geschäfte stellen die Wirtschaft aktuell vor enorme Herausforderungen. Dass Online-Services automatisch profitieren, ist ein Trugschluss.

Es sollte eine einfache Rechnung sein: Wenn stationäre Läden geschlossen sind, weichen Konsumenten vermehrt auf den Onlinekauf aus. Doch abgesehen von den Hamsterkäufen bei Lebensmitteln geraten viele Konsumenten offenbar in eine allgemeine Kaufzurückhaltung.

Das DMI (Deutsches Mode Institut) lieferte bereits konkrete Zahlen: »Eine erste Untersuchung zeigt, dass die Prioritäten der Menschen sich dramatisch verschieben, wenn sie in ihren Wohnungen festsitzen. Bei Mode geht es eben vor allem darum, wie man aussieht, wenn man draußen unterwegs ist, und nicht darum, wie man aussieht, wenn man allein zuhause ist.« So verzeichneten die Google-Suchanfragen nach Mode-Onlineshops am Ende der ersten Lockdown-Woche eine Abnahme von rund einem Drittel (Zalando -29 %, Bonprix -37 %, AboutYou -27 %, s. Oliver -33 %).

Entsprechend wächst der Warendruck. Laut DMI lag der Warenbestand im Luxussegment bereits vor dem Lockdown um 32% höher als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Um die Warenbestände trotz der widrigen Umstände abzubauen, haben viele Händler angefangen, ihre Preise früher und stärker zu reduzieren als sonst. So war auch der Anteil an reduziert angebotener Ware bereits Anfang letzter Woche um 29 % höher als im Vergleichszeitraum 2019. Diese Zahlen dürften sich seither noch deutlich erhöht haben, und sie tun es täglich weiter.

Bestellrückgänge und Lieferverzögerungen

Auch eine am 20. März veröffentlichte Studie des Statista Research Department zu den Auswirkungen der Corona-Epidemie im E-Commerce in Deutschland liefert konkrete Zahlen. Befragt wurden 135 Mitgliedsunternehmen des bevh (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland) im Zeitraum vom 12. bis zum 13. März. Zum Zeitpunkt der Erhebung gaben 40,9 % an, durch die Corona-Epidemie weniger Bestellungen durch Kunden zu verzeichnen. 59,8 % bestätigten, dass ihr Unternehmen aktuell mit Lieferverzögerungen durch die Corona-Krise zu kämpfen hat.

Der Händlerbund mit Sitz in Leipzig wiederum befragte Anfang März ebenfalls 412 Händler der E-Commerce-Branche. Dabei gaben 70 % der Befragten an, »bereits von der Krise betroffen zu sein«. 55 % verzeichneten Einbußen im Geschäft. 82 % würden eine Verschlimmerung der Lage erwarten. Nur 9 % gaben an, wirtschaftlich von der Krise zu profitieren.

DMI: Auf die Krise folgt die Erholung

Das DMI schließt mit einem positiven Statement: »Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, wann die Krise beendet sein wird und wann die Menschen wieder wie vorher Kleidung kaufen werden. Was wir aber bereits jetzt mit Sicherheit sagen können, ist, dass dies – wenn es einmal soweit sein wird – sehr schnell gehen wird. Erfahrungen zeigen: Durch die mit dem Auftreten einer Krise verbundene Verunsicherung stürzt der Konsum zunächst steil ab. Sobald die Krise überwunden scheint, steigt er aber ebenso steil wieder an – meist sogar auf ein höheres Niveau als vor der Krise.«

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