Citys: Modehandel verliert weiter

Citys: Modehandel verliert weiter

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Download von www.picturedesk.com am 12.03.2020 (15:37). LTU , LITAUEN : Fussgaenger flanieren auf dem Gedimino-Prospekt in Vilnius , 14.10.2019. |LTU , LITHUANIA : Pedestrians walking on Gedimino Avenue in Vilnius , 14.10.2019|. Copyright by: Rainer UNKEL - 20191014_PD16088
Download von www.picturedesk.com am 12.03.2020 (15:37). LTU , LITAUEN : Fussgaenger flanieren auf dem Gedimino-Prospekt in Vilnius , 14.10.2019. |LTU , LITHUANIA : Pedestrians walking on Gedimino Avenue in Vilnius , 14.10.2019|. Copyright by: Rainer UNKEL - 20191014_PD16088

Seit sechs Jahren erhebt Standort + Markt jährlich den Zustand der heimischen Innenstädte. Auch im Vorjahr haben sich die bekannten Tendenzen fortgesetzt: Mode ist am Rückzug, Wachstumskaiser ist der Leerstand.

Der Modeeinzelhandel sei »die Kernkompetenz der Citys«, sagt Hannes Lindner, Geschäftsführer von Standort + Markt. Und gerade diese wichtige Branche stehe weiterhin »stark unter Druck«: Zum fünften Mal in Folge ist der Flächenanteil des Bekleidungshandels gesunken. Waren im Jahr 2014 noch 33,1 % der City-Flächen vom Modehandel belegt, waren es 2019 nur noch 29,4 %. Somit sind innerhalb von fünf Jahren gut 10 % der Bekleidungs-Flächen verschwunden.

Die groß propagierten Flächen-Wachstumsschübe im Bereich Dienstleistung und Gastronomie spiegeln sich in den Zahlen des Badener Beratungsinstituts indes noch nicht wider: Der Anteil der Gastronomie stieg zuletzt zwar stetig, dafür aber sehr langsam von 12,7 % (2014) auf 13,2 % (2019). Bei den Dienstleistungen gibt es sogar einen leichten Rückgang (von 6,5 auf 6,2 %), »was wohl mit der Digitalisierung mancher Bereiche, wie etwa Banken oder Reisebüros, in Zusammenhang stehen dürfte«, so Lindner. »Wachstumskaiser« ist laut den Erhebungen indes eine gänzlich ungewünschte Branche: der Leerstand. Dieser stieg nach einem kleinen Rückgang im Jahr 2018 wieder kräftig an, und zwar von 6,1 auf 7,3 %. (2014: 4,5 %). »Der jahrelange Abwärtstrend mit steigenden Leerstandsraten in der Gesamtbetrachtung setzt sich damit weiterhin fort«, erläutert Roman Schwarzenecker, Gesellschafter bei Standort + Markt. In den 1A-Lagen beträgt die Leerstandsrate 5,3 %, was von Standort + Markt als »gut« beurteilt wird. Zum Vergleich: in Österreichs Shopping-Centern liegt der letzte verfügbare Wert bei 4,5 %.

Vorsicht: Bei den genannten Zahlen handelt es sich um die 24 größten und wichtigsten Innenstadt-Bereiche Österreichs, also die Handelslagen aller Landeshauptstädte, fünf Wiener Geschäftszonen sowie der bedeutendsten Sekundarstädte wie Amstetten, Wels, Villach oder Leoben. In kleineren Bezirkshauptstädten stellt sich das Bild deutlich schlechter dar, laut Standort + Markt liegen die Leerstandsraten hier bei durchschnittlich 14,4 %. Wobei es auch hier erfreuliches zu vermelden gibt: In jeder zweiten der von Standort + Markt beobachteten 16 Kleinstädte ist die Leerstandsrate in den letzten 12 Monaten gesunken.

Salzburg top, Wiener Neustadt flop

Wobei größere Handelszonen nicht automatisch besser abschneiden als kleinere. Am wenigsten Leerstand gibt es mit 1,5 % in Salzburg – einer Stadt, die bekannterweise im Vergleich zu ihrer Größe und Wichtigkeit (auch im Tourismus) über sehr wenig Verkaufsfläche verfügt. Platz 2 geht an Innsbruck (2,8 %), Platz 3 an Dornbirn (2,9 %) vor der Wiener City (3,3 %), Bregenz (3,4 %) und Wels (3,5 %). Einsames Schlusslicht ist inzwischen Wiener Neustadt mit einer Leerstandsrate von 26,5 %. Die schon seit einigen Jahren von den Einkaufszentren am Stadtrand in die Mangel genommene Stadt hat zuletzt abermals wichtige Handelsbetriebe wie Müller, Gerry Weber, s.Oliver und Tchibo verloren. »Krisenfälle«, so Lindner, sind außerdem Steyr (18,5 %), wo im Vorjahr das Einkaufszentrum Hey! Steyr eröffnete, die Wiener Favoritenstraße (17 %) und Krems (14,8 %). Alle vier zuletzt genannten Städte haben sich im Vergleich zum Vorjahr eindeutig verschlechtert. Auch Klagenfurt und Eisenstadt haben ihre Probleme noch nicht gelöst. Dass Verbesserungen möglich sind, zeigen hingegen Linz, Feldkirch und Villach.

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