Cash E-Commerce Conference: Wake-Up Call

Cash E-Commerce Conference: Wake-Up Call

Johannes Brunnbauer
Martin Zieger, Omnichannel-Befürworter und ehemaliger CEO der Huber Holding
Martin Zieger, Omnichannel-Befürworter und ehemaliger CEO der Huber Holding

Aufwachen, aktiv werden und sich nicht zurücklehnen – so das Fazit der ersten Cash E-Commerce Conference des Handelsfachblatts Cash am 16. und 17. Mai in Wien.

»Der Einzelhandel stirbt längst nicht« äußerte sich der ehemalige CEO der Huber Holding Martin Zieger in seiner Keynote am zweiten Tag der Cash E-Commerce Conference zunächst – so meinte er im Nachsatz selbst – leicht optimistisch. Allerdings blieb es nicht bei den beruhigenden Worten, denn geht es nach ihm, kommt der Handel heute und vor allem künftig um ein funktionierendes Omnichannel-Konzept nicht herum. Konstant steigende Filialschließungen der großen internationalen Ketten wie JCPenney, Walmart und RadioShack machen es vor: Pure Offline Player verschwinden. Doch E-Commerce allein verhilft noch lange nicht zur klingenden Kassa. Im großen Kampf ums Überleben im Handel hat nur Siegeschancen, wer sämtliche Kanäle nahtlos integriert. Laut Zieger steht der Kunde im Fokus. Und dieser hat nicht gerade niedrige Ansprüche: Automatische Beschaffung a la Amazon Alexa soll es sein, dazu ein persönliches, haptisches Erlebnis am POS und am besten noch volle Datentransparenz beim Einkauf.

König Kunde

Der Kunde in der Rolle des Königs – an sich nun wirklich keine Neuigkeit, für die Handelsexperten der Cash E-Commerce Conference aber aktueller denn je: Gerade in der Modeindustrie bestimmt der Kunde, wie das Geschäft läuft. So auch die Meinung von Marc Sondermann, CEO und Chefredakteur des »Fashion Magazine – Edizione Ecomarket«. In seinem Vortrag »Modewirtschaft im Umbruch« machte er deutlich: Unternehmen, die den Kunden verstehen, schaffen es, den Markt abzufangen. »Man muss das Herz des Kunden höher schlagen lassen«, so Sonderman. Und auch hier fällt ein Name besonders häufig: Amazon - laut Sondermann für Marken bis ins Premium-Segment in Zukunft unabdingbar, um erfolgreich zu sein. Der Online-Riese ist im E-Commerce das Maß der Dinge, lanciert regelmäßig neue Erfolgsmodelle wie Prime, Echo etc. und wird von einem Großteil der Kunden mittlerweile sogar häufiger genutzt, um Preise zu vergleichen als Google und Co. Als Händler stellt sich also über kurz oder lang die Frage: Mitziehen oder nicht?

Disruption passiert

Mitziehen und sich der Dynamik des Marktes anpassen, das funktioniert nicht ohne Disruption. Harald Bauer, Geschäftsführer Marketing und Einkauf bei dm, sagt allerdings, einmalig disruptiv zu sein genügt nicht. Es gilt, ständig wachsam zu sein, sich nicht auf Erfolgen auszuruhen und das technische Know-how, das man als Handelsunternehmen heute mitbringen muss, auch entsprechend an den Kunden weiterzugeben, der den digitalen Visionsprozess mitbestimmen soll. Veränderungen würden manchmal auf sich warten lassen, so Bauer. Sind sie dann aber erst einmal da, kommen sie mit voller Wucht: So genannte »Killer-Apps« wie Airbnb (Hotellerie) und »Uber« (Taxi-Markt) lassen grüßen. Nach zwei intensiven Cash E-Commerce Conference-Tagen bleibt also kurz und knapp festzuhalten: Wer zu lange schläft, bleibt auf der Strecke!
Marc Sondermann, CEO und Chefredakteur der Zeitschrift »Fashion Magazine – Edizione Ecomarket«
Johannes Brunnbauer
Marc Sondermann, CEO und Chefredakteur der Zeitschrift »Fashion Magazine – Edizione Ecomarket«
Plenum der Cash E-Commerce Conference am Conference Day
Johannes Brunnbauer
Plenum der Cash E-Commerce Conference am Conference Day
Marc Sondermann, CEO und Chefredakteur der Zeitschrift »Fashion Magazine – Edizione Ecomarket«
Johannes Brunnbauer
Marc Sondermann, CEO und Chefredakteur der Zeitschrift »Fashion Magazine – Edizione Ecomarket«
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