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Hiltl beantragt Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Hiltl

Weil der Eigentümer seine Finanzierungszusage zurücknahm, hat der Hosenspezialist den Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Amberg in Eigenverwaltung stellen müssen. Das Unternehmen soll uneingeschränkt fortgeführt werden.

Eigentlich war man bei Hiltl der Meinung, auf einem guten Weg zu sein. Geschäftsführer Gerhard Kränzle, der die Funktion erst zu Jahresbeginn übernahm, hatte begonnen, das Unternehmen strategisch neu auszurichten und die Organisation zu straffen. Nach Fronleichnam erlebte er aber eine böse Überraschung. Der Geldgeber und Mehrheitsgesellschafter, die Nord Holding Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mit Sitz in Hannover, zog sich zurück und wollte die Gesellschaft nicht mehr unterstützen. Corona hat die Situation im Handel erschwert, dennoch waren und sind die Sulzbacher davon überzeugt, was Hiltl als Marke leisten kann. »Wir konnten alle unsere Ziele des Sanierungsgutachtens hinsichtlich Umsatz, Kosten, Ergebnis, Liquidität und Lieferfähigkeit erreichen und teilweise sogar übertreffen sowie alle geplanten Projekte erfolgreich umsetzen. Die Tendenz und die Signale vom Markt waren und sind positiv. Auch unsere Finanzgläubiger haben ihre Unterstützung für eine Fortführung erklärt«, betont Kränzle. 

H/W-Kollektion wird ausgeliefert

In gerade mal fünf Tagen wurde daraufhin die Insolvenz in Eigenverwaltung für die Fritz Hiltl Hosenfabrik GmbH & Co vorbereitet. Die Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte aus München wird die Geschäftsleitung in diesem Verfahren begleiten und insolvenzrechtlich beraten. Zudem wird Hiltl von der Restrukturierungsberatung One Square Advisors (München) hinsichtlich Finanzierung und Investorenprozess unterstützt. Kränzle ist optimistisch, dass die Marke fortgeführt werden kann. »Die Eigenverwaltung gibt uns mehr Handlungsspielraum und hat einen größeren Erhaltungsgedanken. Wir können unser Konzept weiterfahren und uns weitestgehend an die Vereinbarungen mit unseren Kunden halten.« Das neue strategische Konzept steht, der Investorenprozess soll in den nächsten Wochen angestoßen werden, für den Handel soll sich erst mal nichts ändern. Es heißt, die H/W-Kollektion würde planmäßig ausgeliefert und die neue Sommerkollektion vorbereitet.
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