Auch Zalando leidet unter Corona

Auch Zalando leidet unter Corona

Swiss Post/Zalando

Europas größter Online-Modehändler kämpft in vielen Ländern mit einer geringeren Nachfrage. Für stationäre Händler, die über die Plattform verkaufen wollen, gilt ab sofort ein Lockangebot.

Die Coronavirus-Pandemie setzt Europas größtem Online-Modehändler Zalando zu. Obwohl die Umsätze in den ersten beiden Monaten noch »stark« zugenommen hätten, würden nun, nach den von nahezu allen europäischen Regierungen verhängten Ausgangsbeschränkungen, die Erwartungen für das erste Quartal »deutlich“ verfehlt, heißt es in der gestern Abend veröffentlichten Gewinnwarnung. Bisher wurde ein Umsatzplus von 19 % erwartet. Ebenso werde der bereinigte Betriebsverlust deutlich über den bisher vorhergesagten 28 Mio. € liegen, gab der Berliner Konzern bekannt. Infolge der revidierten Umsatzerwartung wurden bereits Sonderabschreibungen auf den Warenbestand vorgenommen.

Auch die Jahresprognose ist für den Vorstand nicht mehr zu halten. Ausgaben und Investitionen sowie die Finanzplanung seien an die neuen Gegebenheiten angepasst worden, schreibt der Vorstand.

Lockangebot für stationäre Händler

In der derzeit so schwierigen Zeit wirbt Zalando auch verstärkt für sein »Connected Retail«-Programm, das schon heute mehr als 1.500 stationäre Händler nutzen. Vom 1. April bis zum 31. Mai zahlen neue und bestehende Partner dieses Programms keine Kommission, wenn sie ihr Sortiment bei Zalando anbieten bzw. über die Plattform verkaufen. »Darüber hinaus haben wir 100 Millionen Euro bereitgestellt, um Partner, die Waren und Dienstleistungen an uns geliefert haben, schon vor der vertraglich vereinbarten Frist zu bezahlen«, teilt Zalando mit.

Der Zalando-Vorstand verwies auf die Gründung des Unternehmens in der Finanzkrise 2008 und die seither gesammelten Erfahrungen: »Auch in dieser herausfordernden Zeit gibt es viele Gründe, zuversichtlich zu sein. Wir sind überzeugt, dass wir durch die Investitionen des letzten Jahrzehnts alle nötigen Voraussetzungen geschaffen haben, um diese Krise gut zu überstehen.«

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